Dortmund sucht beim "Hundezensus" alle Kläffer der Stadt

Pfote weg vom Portmonee: Die Stadt Dortmund sucht unangemeldete Hunde.
Pfote weg vom Portmonee: Die Stadt Dortmund sucht unangemeldete Hunde.
Foto: WAZ FotoPool
3,2 Millionen Euro nimmt die Stadt Dortmund an Hundesteuer ein. Dabei sind längst nicht alle Hunde gemeldet — die Dunkelziffer liegt bei 25 Prozent. Jetzt soll Schluss sein mit dem Steuerbetrug: Ab sofort müssen Hundebesitzer jeden Tag damit rechnen, dass ein Kontrolleur klingelt. Ein Hundezähler.

Dortmund.. In Dortmund gibt's 24.000 Hunde. Oder? Eigentlich weiß es die Stadt nämlich nicht genau. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein — schließlich kostet jeder Hund mindestens 144 Euro Hundesteuer im Jahr. Klar, dass sich viele Hundebesitzer diese Kosten sparen wollen. Bundesweit liegt die Dunkelziffer bei bis zu 25 Prozent.

Damit soll jetzt Schluss sein: Die Stadt Dortmund setzt zur Hundezählung an. Zwei Jahre lang gehen Mitarbeiter der Stadtkasse von Haustür zu Haustür, um jeden einzelnen Haushalt zu kontrollieren. Lebt dort ein Hund, der nicht angemeldet ist? Oder ist nur einer gemeldet, obwohl zwei oder drei im Haus leben?

Der letzte Hundezensus ist schon zehn Jahre her, erklärt Stadtsprecher Michael Meinders. Damals waren 21.000 Hunde in Dortmund gemeldet — rund 5000 kamen durch die Zählung neu dazu. Dabei fielen 3000 bei den Kontrollen direkt auf, 2000 wurden später nachgemeldet. Aus schlechtem Gewissen oder aus Angst vor Bestrafung? Man weiß es nicht.

Erste Hundezählung dauerte nur zwei Monate

Damals spülten die neu angemeldeten Hunde 1,8 Millionen Euro in die Stadtkasse. Zusätzlich zum aktuellen Jahr wurden Hundebesitzer nämlich auch für bis zu vier Jahre rückwirkend zur Kasse gebeten. Allerdings hatte die Stadt bei der ersten Hundezählung Honorarkräfte eingesetzt, um die Aktion binnen zwei Monaten zu schaffen. Kosten: 280.000 Euro.

Beim Zensus 2013 übernehmen nur Mitarbeiter der Stadtkasse den Job. Zusätzliche Honorarkräfte werden also nicht eingestellt. Daher auch die lange Dauer: Die Hundezählung soll bis zu zwei Jahre dauern. Dafür entstehen aber auch keine großartigen Kosten,

Stadt nimmt 3,2 Millionen Euro Hundesteuer ein

Erwartungen oder Zielvereinbarungen gebe es nicht, so Meinders. Die Stadt muss sich eben überraschen lassen, wie viele Neuanmeldungen die Zählung am Ende bringt. Bislang nimmt die Stadt 3,2 Millionen Euro an Hundesteuer jährlich ein.

"Wir hoffen natürlich, dass sich die Bürger noch an die letzte Zählung erinnern und ihre Hunde ohnehin angemeldet haben", meint der Stadtsprecher. Und wenn die Bewohner den Kontrolleur nicht in die Wohnung lassen? "Wenn jemand betrügen will, schafft er das vermutlich auch", fürchtet Meinders. Aber der Hund werde beim unerwarteten Klingeln wohl seine Nase um die Ecke halten.

Übrigens: Dass nach der Zählung 2003 mehr Hunde auf der Steuerliste standen als heute (26.000 gegen nur noch 24.000) könnte auch am überheißen Sommer 2003 liegen. Es gab nämlich mehr als 2000 Abmeldungen, weil Hunde das Wetter nicht überlebte. Normal sind pro Jahr nur 800 Abmeldungen.

 
 

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