Dortmund

Mit diesem makabren Geschäft macht sich die Stadt Dortmund möglicherweise strafbar

Die Stadt Dortmund verdient am Zahngold Verstorbener. (Symbolbild)
Die Stadt Dortmund verdient am Zahngold Verstorbener. (Symbolbild)
Foto: Marijan Murat

Dortmund. In Dortmund machen sie Asche zu Asche. Oder weniger salopp: Die Stadt verdient am Zahngold Verstorbener. Knapp 120.000 Euro hat die Stadt im letzten Jahr eingenommen, indem sie Zahngold und andere Metalle – etwa aus Prothesen – aus der Asche kremierter Leichname in speziellen Scheideanstalten herausgefiltert und verkauft hat.

Geld fließt in die Friedhofsverwaltung

So makaber das vielleicht klingt: Viele Gemeinden filtern die Edelmetalle aus den Überresten Verstorbener und machen sie zu Geld. Häufig spenden die Städte den Gewinn, in Dortmund fließt das Geld in die Friedhofsverwaltung.

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Zahngold aus Asche Verstorbener ist „herrenlos“

2014 hatte es dazu ein Urteil am Arbeitsgericht Erfurt gegeben: Demnach ist das anfallende Gold „herrenlos“ – das Krematorium kann entscheiden, wie es über den Verbleib der Metalle verfügt.

Inzwischen hat eine Angehörige eines verstorbenen Mannes aber vor dem Verwaltungsgericht geklagt, wie ein Sprecher gegenüber DER WESTEN bestätigt. Dass die Stadt Dortmund das Gold zu kommerziellen Zwecken nutzt, sei rechtswidrig, heißt es in der Klage. Der Streitwert beläuft sich auf ein paar hundert Euro – um das Geld geht es wohl weniger als um eine Grundsatzfrage.

Der Angehörige der Klägerin war im März 2017 gestorben. Er hatte ein künstliches Hüftgelenk. Dass die Stadt die Prothese verwendet, sei ohne Zustimmung der Angehörigen passiert.

Wer die Asche nimmt, stört die Totenruhe

Die Frau beruft sich in ihrer Klage auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 2015. Demnach gehören auch sämtliche Metalle zur Asche eines Verstorbenen – und die muss komplett bestattet werden. Das Argument der Klägerin: Wer die Metalle von den menschlichen Überresten trennt, stört die Totenruhe; und das ist strafbar.

Die Stadt Dortmund äußerte sich bislang nicht zu der Klage. Bislang gibt es kein Urteil, das Verfahren läuft noch.

 
 

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