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Dortmund: Nach tödlichem Schuss im Westpark – Angeklagter kommt ohne Strafe davon

Mord oder Totschlag? Das ist der juristische Unterschied

Dortmund. 

Im Juni wurde ein 21-Jähriger im Westpark Dortmund erschossen. Knapp acht Monate später wird der Täter nun freigesprochen.

Das Landgericht Dortmund hat entschieden, doch die Mutter des Toten will sich mit dem Urteil nicht zufriedengeben.

Dortmund: Angeklagter erschießt 21-Jährigen – und kommt frei!

Es war der 12. Juni 2021 als der damals 21-jährige Eryk K. mitten in der Nacht von Anas N. erschossen wurde. Grund dafür soll ein Streit gewesen sein, der ausartete, bis sich der Angeklagte aus Notwehr mit einer Pistole verteidigen musste. Mit einer Schusswunde im Bauch wurde Eryk ins Krankenhaus gebracht, wo er wenig später verstarb (Mehr Infos zu dem tödlichen Schuss in Dortmund hier >>>).

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Erste Hilfe leisten – das kannst du tun!

  • Bei einem Unfall die Unglücksstelle absichern und den Notruf unter 112 oder 110 wählen
  • lebenswichtige Funktionen des Verletzten kontrollieren
  • Im Fall der Fälle: Wiederbelebung starten / Blutungen stillen
  • stabile Seitenlage
  • Person mit einer Rettungsdecke wärmen. Dabei auch auf Wärme von unten achten
  • Psychische Betreuung: Mit der betroffenen Person sprechen, ihr über den Kopf streichen. Auch Bewusstlose spüren diese Fürsorge.

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Jetzt, nach drei Monaten, ist der Prozess in dem Falle zu Ende gegangen. Nach mehreren eingegangenen Drohungen gegen den Angeklagten waren etliche Polizeiwagen vor Ort. Wie bereits erwartet, lautete das Urteil: Freispruch wegen Notwehr. Kurz vorher wollte Aldona, die Mutter von Eryk, jedoch noch ein Wort an den Angeklagten richten – zum ersten Mal seit Beginn des Prozesses.

Dortmund: Urteilsverkündung nach tödlichem Schuss im Westpark – DAS sagt Mutter des Toten zum Angeklagten

Gegenüber Anas N. nahm die Mutter kein Blatt vor den Mund. „Tausende von deiner Sorte werden Eryk nicht ersetzen können. Er hätte etwas für die Gesellschaft tun zu können. Aber was hast du vorzuweisen?“, klagte sie den jungen Mann an. „Du konntest mir nicht einmal in die Augen schauen. Das zeigt, wie feige du bist. Ich werde nicht scheinheilig tun: Ich wünsche dir das Schlechteste.“

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Mit der Urteilsverkündung und seinem Freispruch war sie nicht einverstanden. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für mich und meinen Sohn. Und ein Freischein für ihn und seinesgleichen.“

Auch wenn der Oberstaatsanwalt Carsten Dombert und der Strafverteidiger Siegmund Benecken großes Mitgefühl für die Mutter zeigten, mussten sie dennoch nach dem deutschen Recht entscheiden und Anas N. freisprechen, heißt es. Im Netz wurde der junge Mann teilweise als Held gefeiert, weil er der Strafe entging. Aldona K. will jedoch jetzt mit einer Revision dagegen vorgehen, wie die „Ruhrnachrichten“ berichten. (mbo)