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Dortmund: Professor sorgt an Uni für Eklat – wegen eines Hitler-Zitats

An der TU Dortmund sorgt ein Hitler-Zitat für erhitzte Gemüter.
An der TU Dortmund sorgt ein Hitler-Zitat für erhitzte Gemüter.
Foto: imago images / Olaf Döring // AStA TU Dortmund

Dortmund. Wer hätte gedacht, dass ein Schaukasten an der Technischen Universität Dortmund einmal solch einen Tumult auslösen würde? Der Glaskasten des Statistik-Professors Walter Krämer hat es allerdings in sich.

Denn statt Informationen über Sprechzeiten, laufende Projekte und Prüfungstermine findet sich dort eine verstörende Auswahl an Zitaten, Bildern und Mitteilungen. Zwischen dem Professor und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der TU Dortmund hat es nun geknallt.

Dortmund: Aushang an der Uni sorgt für heftige Diskussion

Das Brett des Professors erinnert an eine Gruppe wütender AfD-Anhänger auf Facebook. Irgendwas mit Klima, Greta Thunberg, Hitler und Islam. Aber der Reihe nach.

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Ein Hitler-Zitat in dem Schaukasten sorgte für die endgültige Explosion des Pulverfasses in Dortmund. „Der Nationalsozialismus hätte niemals in Deutschland siegen können, hätte ich nicht das Rauchen aufgegeben.“ Darunter steht in Klammern: „Dagegen waren Churchill, Roosevelt und Stalin Kettenraucher“, darüber ein Zettel mit dem Spruch „Rauchen gegen Rechts“.

Doch der AStA hat seine Zweifel, wie ernst es dem Professor mit seinem Anliegen „gegen Rechts“ tatsächlich ist. In einer Stellungnahme mit dem Titel „Kein Platz für rechten Populismus“ erhebt die Studierendenvertretung einige Anschuldigungen hinsichtlich politischer Positionen von Krämer.

AStA kritisiert Professoren

So sei Krämer bereits in verschiedenen Medien mit fragwürdigen Aussagen aufgefallen. Darunter auch in der „Jungen Freiheit“, die vom Verfassungsschutz als „Sprachrohr“ der Neuen Rechten bezeichnet wurde, wo er von einer „rot-grünen Medienmafia“ sprach.

In einem Beitrag im „PT-Magazin“ setzte er geschlechtergerechte Sprache mit einem „Krebsgeschwür“ gleich und erklärte 2014 in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ „volle Sympathie“ für die beiden damaligen AfD-Köpfe Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel.

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Von letzterem findet sich ebenfalls ein Zitat im Schaukasten: „Es gibt 57 islamische Länder in der Welt. Da muss es ja ein wahnsinniger Zufall sein, dass es in keinem dieser Länder eine Demokratie gibt. Nicht eine.“ Henkel war Mitglied des AfD-Parteivorstands, trat 2015 nach der Wahl von Frauke Petry an die Parteispitze aus der AfD aus. Später distanzierte er sich deutlich: „Wir haben ein Monster erschaffen“, erklärte Henkel gegenüber dem Format Westpol beim „WDR“.

Der AStA kritisiert das Zitat von Henkel als „antimuslimisch-rassistisch“. Unabhängig vom Tenor lässt sich die Aussage auch faktisch diskutieren: Denn Malaysia, Indonesien und Tunesien erzielen auf dem Demokratieindex höhere Werte als EU-Land Rumänien und werden zu Demokratien gezählt.

Greta Thunberg, Dieselverbot und Islam

Wenig überraschend findet auch eine Karikatur von Greta Thunberg den Weg in den Schaukasten des Professors. Darunter der Spruch: „Komm, Heilige Gretel, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast.“

Zudem zeigt sich Krämer als Gegner von Diesel-Fahrverboten. Das untermauert er mit einer Weltkarte, auf der sämtliche Fahrverboten eingezeichnet sein sollen. Deutschland ist darin als einziges Land rot eingekreist.

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Für das Brett eines Statistik-Professors an einer deutschen Universität eine höchst ungewöhnliche Zusammenstellung - dazu noch mit erheblichen Falschinformationen. Denn Diesel-Fahrverbote gibt es nicht nur in Deutschland. In Kopenhagen gibt es beispielsweise gar keine Diesel-Neuzulassungen mehr, auch in Mailand und Turin gibt es Verbote. In insgesamt dreizehn weiteren europäischen Ländern gibt es laut „ADAC“ bereits Zufahrtsbeschränkungen, teils sogar für Benziner.

AStA fordert Entfernung der Plakate

Der AStA fordert eine „sofortige Beendigung“ der Aushänge. „Wir finden, dass ein Professor nicht einfach in dieser Form seine politische Meinung verbreiten kann, die nicht für seine Forschung steht“, zitieren die „Ruhrnachrichten“ einen AStA-Sprecher. Vorschreiben, wie sich jemand äußere, wolle man hingegen nicht.

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Die TU verweist bislang auf Satirefreiheit. Sie will nicht eingreifen, da es keine Regelungen für die Schaukästen gebe und die „Universität ein Ort der Meinungs- und Forschungsfreiheit“ sei. Dies erklärte die Sprecherin der TU Dortmund gegenüber den „Ruhrnachrichten“.

Der AStA hat unterdessen angekündigt, sich weiter für ein Abhängen der Bilder und Zitate einsetzen zu wollen. Am 18. Dezember soll dafür ein Treffen stattfinden.

 
 

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