Dortmund

Dortmund: Mann ersticht Frau mit 76 Messerstichen und stopft sie in Koffer – Richter: „Sehr außergewöhnlich!“

Mokthar H. wurde in Dortmund zu 12 Jahren Haft verurteilt.
Mokthar H. wurde in Dortmund zu 12 Jahren Haft verurteilt.
Foto: Peter Sieben

Dortmund. Mit 76 Messerstichen getötet und in einen Koffer gepfercht - für diese abscheuliche Tat wurde Mokhtar H. (24) am Donnerstag wegen Totschlags zu zwölf Jahren in Dortmund Haft verurteilt.

Die Richter sind davon überzeugt, dass der Angeklagte im Juli 2019 in Dortmund seine Ehefrau mit 76 Messerstichen getötet und die Leiche anschließend in einem Koffer versteckt hat. Der Mann hatte im Prozess sich zu den Tatvorwürfen nicht geäußert.

Dortmund: Mann ersticht seine Frau und stopft sie in Koffer

Die Hintergründe der Bluttat bleiben auch nach dem Urteil im Dunkeln.

Fest stehe nur, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten gekommen sei, in deren Verlauf der Angeklagte ein Messer zückte und immer wieder zustach. Darüber hinaus soll der 24-Jährige das Opfer auch noch mit einem Schnürsenkel stranguliert haben. Als Todesursache stellten die Rechtsmediziner Verbluten nach innen und außen fest.

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„Der Strafrahmen bei Totschlag liegt zwischen fünf und 15 Jahren. Wir befinden uns also im oberen Bereich", erklärte Gerichtssprecherin Nesrin Öcal zum Urteil. „Ein Mordmerkal der Grausamkeit stellte das Gericht nicht fest.“

„Ein Totschlag, bei dem mit einer solchen Intensität auf das Opfer eingewirkt wird, ist sehr, sehr außergewöhnlich“, betonte Richter Peter Windgätter in seiner Urteilsbegründung.

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Die Tat

Die junge Frau war vor einigen Jahren mit H. aus Afghanistan geflüchtet, hatte dann getrennt von H. - die beiden waren nach islamischem Recht geschieden - in Schweden gelebt. 2019 wollte sie in Deutschland Fuß fassen und wohnte vorübergehend bei einer Freundin in Dortmund. In deren Wohnung passte sie auf die beiden Kinder ihrer Freundin auf.

Offenbar kam es in der Dortmunder Wohnung zum Streit. H. soll dann unter dem Vorwand, eine Pizza abzuholen, die Wohnung verlassen haben – mit dem Koffer, in dem der Körper seiner Frau lag.

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Der Koffer fehlte

Perfide: H. soll auf dem Weg Whatsapp-Nachrichten im Namen seiner Frau an deren Freundin verschickt haben. Sie habe etwas Schlimmes getan, stand in der Nachricht: „Mach die Wohnung sauber.“

Die alarmierte Mutter der beiden Kinder, die selbst nicht zuhause war, kontaktierte einen Freund, der in der Nähe einen Imbiss betreibt. Der rief die Polizei.

Schnell fiel auf: Ein großer Koffer fehlte. Den fand die Polizei später in einer Garage in einem Hinterhof in Lütgendortmund. (mit dpa)

 
 

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