Dortmund

Dortmund: Neue Polizei-Waffe wird ausgerechnet in der Nordstadt getestet – so erklärt die Polizei den Einsatz

Dortmund: Ein Polizeibeamter mit einer der neuen Taser-Waffen der Polizei.
Dortmund: Ein Polizeibeamter mit einer der neuen Taser-Waffen der Polizei.
Foto: imago images/Revierfoto

Dortmund. Die Polizei Dortmund testet seit vergangenen Freitag neue Taser-Waffen. Sie sollen Polizisten besser vor Übergriffen schützen.

Seit vergangener Woche werden die neuen Taser-Waffen im Bereich der Polizeiwache Nord getestet. Die Auswahl des Testgebiets sorgte für Diskussionen. Jetzt bezieht die Polizei Stellung.

Dortmund: Polizeipräsident wehrt sich gegen Grünen-Kritik

14 der sogenannten Distanzelektroimpulsgeräte sind bei der Polizei Dortmund in den kommenden zwölf Monaten testweise im Einsatz. Geführt werden diese von besonders geschulten Spezialeinheiten im Umkreis der Polizeiwache Nord. Eine Wahl, die besonders bei den Dortmunder Grünen auf Kritik stieß.

------------------------

Das ist die Stadt Dortmund:

  • wurde 880 erstmals schriftlich erwähnt (als 'Throtmanni')
  • hat 588.250 Einwohner (Stand: Dezember 2019) und ist damit die neuntgrößte Stadt Deutschlands
  • nach Fläche und Einwohnerzahl die größte Stadt im Ruhrgebiet
  • hat 12 Stadtbezirke mit 62 Stadtteilen
  • ist mit Flughafen und Hauptbahnhof wichtiger Verkehrsknotenpunkt
  • der Signal-Iduna-Park (Heimstadion von Borussia Dortmund) ist mit über 81.000 Plätzen das größte Fußballstadion Deutschlands
  • weitere Sehenswürdigkeiten: Westfalenpark, Dortmunder U, Deutsches Fußballmuseum
  • Oberbürgermeister ist Thomas Westphal (SPD)

------------------------------

„Die Polizei betont, dass die Nordstadt zuletzt immer sicherer wurde. Dass gerade hier bei uns die Taser ausprobiert werden sollen, ist irritierend“, zitieren die „Ruhr Nachrichten“ Grünen-Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum.

Weiterhin sagte die Politikerin, dass es befremdlich wirke, diese Tests in einem migrantisch geprägtem Stadtteil durchzuführen. Dies begründete sie mit der Diskussion um behördlichen strukturellem Rassismus.

Eine Anschuldigung, die Polizeipräsident Gregor Lange nicht auf sich sitzen lassen will.

„Wir entscheiden grundsätzlich nur nach fachlichen Aspekten! Die Herkunft, die Nationalität, etwaige Migrationshintergründe von Menschen spielen bei unseren Entscheidungsprozessen keine, aber auch gar keine Rolle", erklärte er in einer Polizeimitteilung am Dienstag.

Dortmund: Steigende Zahl von Übergriffen auf Beamte

Auch wenn die Anzahl von Straftaten in den letzten Jahren in der Nordstadt zurückgegangen sei, so sei die Anzahl an Widerstandsdelikten gegen Einsatzkräfte dagegen gestiegen. „Das ist besorgniserregend“, so Lange in der Mitteilung.

------------

Top-News aus Dortmund:

------------

Mit Hilfe der neuen Waffen sollen Übergriffe auf Polizisten im Einsatz in Zukunft schon im Keim erstickt werden. Es handle sich dabei um ein deeskalierendes Mittel, erklärte eine Sprecherin der Polizei auf Anfrage von DER WESTEN.

So funktionieren die neuen Taser-Waffen:

  • Übergriffe auf Polizisten sollen im ersten Schritt durch die Signalwirkung der Waffe verhindert werden
  • Durch eine auffällig gelbe Farbe, ein grelles Licht sowie einem Signalton. sollen potenzielle Täter abgeschreckt werden, bevor sie einen Polizisten angreifen
  • Muss das Gerät dennoch aktiv eingesetzt werden, feuert ein Schuss zwei Elektroden ab, die Stromimpulse aussenden. Der Angreifer wird so kurzzeitig handlungsunfähig gemacht. Die Beamten können ihn dann ohne weitere Gewaltanwendung überwältigt werden.

+++ NRW: Bier-Brauer fürchten Lockdown-Katastrophe! Droht einigen bald das Aus? +++

Die Testphase für die neuen Taser-Waffen wird zwölf Monate umfassen. Die Polizei Dortmund teilte mit, dass es danach eine Auswertung anhand von Einsatzprotokollen und Rückfragebögen geben werde. Anschließend wird entschieden, ob die Distanzelektroimpulsgeräte langfristig ein wirkungsvolles Mittel gegen Übergriffe auf Polizisten sein können. (mh)