Dortmund

Dortmund: Nicole Schalla wurde 1993 brutal ermordet – kann der Fall jetzt endlich aufgeklärt werden?

Ungelöste Kriminalfälle - Nicole Schalla

25 Jahre blieb der Mord an der Dortmunderin Nicole Schalla ungesühnt. Doch dann kam Bewegung in den Fall.

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  • DER WESTEN berichtet über ungelöste Kriminalfälle im Ruhrgebiet
  • Der Mörder von Nicole Schalla könnte 25 Jahre nach der Tat endlich verurteilt werden
  • Dabei könnte eine einzige Hautschuppe ausschlaggebend sein

Dortmund. Dass die Hoffnung niemals stirbt, zeigt der Fall der ermordeten Nicole-Denise Schalla. 1993 wird die 16-Jährige tot unter einer Hecke aufgefunden. Ihr Mörder konnte 25 Jahre lang nicht ausfindig gemacht werden. Doch 2018 kommt Bewegung in den Fall.

Eine Hautschuppe in Nicoles Leistengegend hat vielleicht den entscheidenden Hinweis auf den Täter gegeben. Seit Mitte vergangenes Jahr muss sich Ralf H. vor dem Landgericht Dortmund verantworten.

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Viele Morde im Ruhrgebiet sind bis heute nicht aufgeklärt. Die Täter konnten nie ermittelt werden. Die Serie ungelöste Kriminalfälle im Ruhrgebiet auf DER WESTEN beleuchtet die Vorkommnisse. Denn auch nach 20 Jahren gilt: Mord verjährt nicht. Jeder Hinweis kann der Polizei noch heute weiterhelfen.

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Grausiges Verbrechen: Nicole hörte ihren Mörder nicht

Am 14. Oktober 1993, ein Donnerstag, ist Nicole erst beim Reitunterricht, anschließend besucht sie ihren Freund in Herne. Abends macht sie sich auf den Heimweg mit dem Bus nach Dortmund-Rahm. Gegen 22.54 Uhr steigt sie an der Haltestelle Willstädterstraße aus. Doch sie kommt nicht weit.

Jemand folgt ihr, erwürgt und befriedigt sich neben ihr. Am nächsten Morgen findet eine Putzkraft die junge Frau unter einem Busch in der Nähe der Jungferntal-Grundschule. Nur 100 Meter von der Haltestelle entfernt, an der sie am Abend zuvor ausgestiegen war.

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Sie hat immer noch ihre Walkman-Kopfhörer auf, hörte zuletzt Techno-Musik. Die Batterien sind mittlerweile leer. Die 16-jährige Schülerin wird ihren Mörder erst spät gehört haben. Der Busfahrer der Linie 462 erinnert sich, dass ihr ein Mann gefolgt ist.

Eine einzelne Schuppe könnte den Täter überführen

Im Sommer 2018, 25 Jahre nach dem Mord, nimmt die Polizei Ralf H. fest. Ermittler hatten die Akte noch einmal hervorgekramt und den Fall neu aufgerollt. Dabei wird ein DNA-Fund ausgewertet, eine winzige Hautschuppe in Nicoles Leistengegend. Trotz Regen in der Tatnacht spuckt die Datenbank einen Treffer aus. Die DNA von Ralf H., 53 Jahre alt und wohnhaft in Castrop-Rauxel, stimmt mit der Spur überein.

Der sogenannte „Einzelschuppennachweis“ weist eine Wahrscheinlichkeit von 10 hoch 21 aus, dass die Hautschuppe von dem 53-Jährigen stammt. Auch ein zweiter Zellhaufen an Nicoles Körper konnte Ralf H. zugeordnet werden.

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Ralf H. auf der Anklagebank - doch eine Frage bleibt offen

Nun muss sich Ralf H. seit Januar vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Noch konnte nicht geklärt werden, wie seine DNA an den Körper des Mädchens gelangt ist.

Der Angeklagte ist polizeibekannt, saß bereits mehrere Jahre in Haft - sogar in Sicherheitsverwahrung. Unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und fünf Würge-Attacken gegen Frauen. Drei Monate vor dem Mord an Nicole-Denise Schalla attackierte Ralf H. eine 16-Jährige. Zwei Monate danach eine 28-jährige Frau.

 
 

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