Dortmund

Dortmund: Mutter legt Feuer in Wohnung, lässt Kinder zurück – aus DIESEM unfassbaren Grund!

Dortmund: Die zweifache Mutter soll die Tötung ihrer Kinder sowie mehrerer Nachbarn billigend in Kauf genommen haben.
Dortmund: Die zweifache Mutter soll die Tötung ihrer Kinder sowie mehrerer Nachbarn billigend in Kauf genommen haben.
Foto: Nicolas Kaufmann

Dortmund. Es ist der 18. Mai diesen Jahres, kurz vor Mitternacht. Deborah W. (27) legt ein Feuer in ihrer Wohnung, geht aus dem Haus. Ihre schlafenden Kinder lässt sie zurück. Auch acht Nachbarn befinden sich in dem Haus in Dortmund-Holzwickede.

Dortmund: Mutter legt Feuer und lässt Kinder zurück

Seit Dienstag muss sich die Frau vor dem Landgericht Dortmund verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: schwere Brandstiftung und versuchter Mord in mindestens drei Fällen.

Deborah W. soll die Tötung ihrer zwei und fünf Jahre alten Kinder billigend in Kauf genommen haben. Sie wurden mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Bei ihrem älteren Kind bestand zudem akute Lebensgefahr.

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Angeklagte filmte die Tat auf Facebook

Die Angeklagte schildert das Geschehen an jenem Maitag so: Sie sei am Nachmittag vor der Tat mit ihrem Verlobten und Vater der beiden Kinder sowie seinen Cousins in einer Kneipe Fußballgucken gewesen. Währenddessen habe die Mutter der Angeklagten auf die Kinder aufgepasst. Später sei Deborah W. mit den Kindern nach Hause gefahren. Trotz Verabredung sei ihr Verlobter nicht in die gemeinsame Wohnung der Familie gekommen.

Es sei zu einem Streit zwischen den beiden am Telefon gekommen. Auch nach mehreren Anrufen sei ihr Verlobter nicht heimgekehrt. Vor Wut habe die Angeklagte mehrere Kleidungsstücke ihres Verlobten auf einer Couch mit einem Streichholz angezündet. In einem Live-Chat bei Facebook übermittelte sie dem Cousin des Verlobten das Geschehen. Die gebürtige Castrop-Rauxelerin erklärt, sie habe die Aufmerksamkeit ihres Verlobten gefordert.

Schnell habe die Angeklagte jedoch realisiert, was sie für eine gefährliche Aktion machte. Mit einem Eimer Wasser habe die Frau versucht, das Feuer zu löschen – vergeblich. Das Feuer habe sich ausgebreitet.

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Deborah W. sei aus der Wohnung gerannt, um Hilfe zu holen. Den Notruf hätte sie gewählt, doch habe das Telefon nicht mehr funktioniert. Das Feuer soll den neben der Couch stehenden Router zerstört haben. Ein Mobiltelefon habe die 27-Jährige nicht gehabt.

Dann fängt die Angeklagte vor Gericht an, zu weinen. Mit Tränen in den Augen schildert sie, dass ein Anwohner mit einem Feuerlöscher versucht habe, die Flammen in der Wohnung zu löschen. Wenig später sei auch schon die Feuerwehr gekommen, erinnert sie sich.

Feuerwehrleute retteten ihre Kinder aus der brennenden Wohnung, beide verletzt. Auch ein Nachbar erlitt eine Rauchgasvergiftung. Er hatte zuvor zweimal vergebens versucht, die Kinder aus der Wohnung zu holen.

Streit mit Verlobten soll Motiv sein

Ihre Kinder habe sie beim Verlassen der Wohnung nicht mitgenommen, da sie von keiner Gefahr für die beiden ausgegangen sei. Außerdem habe sie nicht gewollt, dass ihre Kinder den Brand mitbekämen.

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Die zweifache Mutter sagt: „Ich glaube, dass ich in dem Moment nicht viel nachgedacht habe. Ich war den ganzen Abend über sehr betrunken, glaube ich.“ Die 27-Jährige erklärt, dass sie täglich Alkohol getrunken habe. Bis Ende 2018 sei sie deshalb in einer Tagesklinik gewesen. Während dieser Zeit habe sie kein Problem mit Alkohol gehabt.

Ihr Verlobter hat am Dienstag ebenfalls vor Gericht ausgesagt. Der Zeuge bestätigt, dass Deborah W. nach der Therapie liebevoller zu ihren Kindern gewesen sei. Generell beschreibt er die Beziehung der 27-Jährigen zu ihren Kindern als „gut“.

Der Verlobte erzählt aber auch, dass die Beziehung zwischen ihm und Deborah W. immer negativer verlaufen wäre - auch weil die zweifache Mutter zunehmend Schulden zu seinen Lasten verursacht habe. Er selber trinke gerne Bier, könne aber auch auf Alkohol verzichten.

„Damit habe ich nicht gerechnet“

Wenn Deborah W. betrunken gewesen sei, habe sie oft gedroht. Dass seine Verlobte jedoch ein Feuer in der Wohnung legen würde, habe den 29-Jährigen schockiert. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt er.

Als er von seinem Cousin jedoch Screenshots des Live-Videos erhalten habe, habe er sich große Sorgen gemacht und die Feuerwehr gerufen. In dem Video soll die Angeklagte mehrmals „scheiße“ gesagt und darum gebeten haben, die Feuerwehr zu alarmieren.

Bis zum Prozessauftakt sei die Wohnung, die der Mutter des Verlobten gehöre, noch nicht wieder hergerichtet. Der Verlobte habe nach der Brandstiftung das alleinige Sorgerecht für die beiden Kinder bekommen, lebe mit diesen in einer anderen Wohnung.

Nach drei weiteren Prozesstagen soll am 6. Dezember das Urteil fallen. (nk)

 
 

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