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Dortmund: Massenpanik in Thier-Galerie – Youtube-Star erhält deftige Strafe

In der Vorweihnachtszeit löste ein „Prank“ in der Thier-Galerie in Dortmund Massenpanik aus.
In der Vorweihnachtszeit löste ein „Prank“ in der Thier-Galerie in Dortmund Massenpanik aus.
Foto: dpa/imago/ DER WESTEN

Dortmund. Dieser „Prank“ ging mächtig nach hinten los: In der Vorweihnachtszeit erlaubte sich ein Youtuber aus Wolfsburg einen bösen Streich in der Thier-Galerie in Dortmund. Der damals 16-Jährige animierte zahlreiche Freunde, Böller in dem Einkaufszentrum zu zünden.

Die Folge: Massenpanik in dem gutbesuchten Einkaufszentrum in Dortmund und zahlreiche Verletzte. Nun erhielt der heute 17-Jährige und ein weiterer Mitstreiter (18) deftige Strafen vor dem Amtsgericht Wolfsburg.

Dortmund: Massenpanik in Thier-Galerie – Youtuber verurteilt

Nach Jugendstrafrecht ist der Youtuber, dem knapp 350.000 User folgen, wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit der Störung des öffentlichen Friedens sowie vorsätzliches Fahren ohne Führerschein zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Zusätzlich muss er einen Dauerarrest von zwei Wochen absitzen. Ebenfalls ist ihm ein Fahrverbot von drei Monaten auferlegt worden. Hinzu kommen 120 Arbeitsstunden, die er abbuckeln muss. Ferner soll er zwölf Beratungsgespräche bei „streetlife“ in Wolfsburg führen.

Auch finanziell wird der Youtube-Star an dem Urteil zu knabbern haben: Er muss er die kompletten Kosten des Verfahrens tragen. Das Gericht bescheinigte dem Angeklagten, dass er durch die Einnahmen seines Youtube-Kanals ausreichend Einkommen hat, um die Kosten zu stemmen. Ziemlich sicher erwarten ihn Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche der zahlreichen Geschädigten.

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Angeklagte zeigen sich vor Gericht reumütig

Das Gericht warf dem 17-Jährigen vor, seine „Pranks“ über das Wohl anderer gestellt zu haben. Seine Helfer, die die Polenböller zündeten, hatte er mit Geld animiert. Seine Vorbildfunktion habe er somit zu seinem finanziellen Vorteil ausgenutzt.

Dennoch zeigte sich der Youtuber und der weitere Angeklagter vor Gericht reumütig, geständig und einsichtig. Mehrfach entschuldigten sie sich und ersparten durch ihr einsichtiges Verhalten den Geschädigten die Fahrt von Dortmund nach Wolfsburg und eine Aussage vor Gericht.

Entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft, die vier Wochen Arrest für den Hauptangeklagten forderte, entschied das Gericht sich für zwei Wochen Arrest. Dieser könne in den Schulferien verbüßt werden, damit kein Unterrichtsausfall entsteht.

Erschwerend kam hinzu, dass er im April 2019 ohne Fahrerlaubnis gefahren war. Daher erhält er ein zusätzliches Fahrverbot von drei Monaten.

Youtuber hält voll drauf, als die Massenpanik losgeht

Seine Komplize, der die Szenen in der Thier-Galerie filmte, erhielt wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit der Störung des öffentlichen Friedens einen Kurzarrest von vier Tagen. Es habe keinen gemeinsam Tatplan gegeben - vielmehr sei der 17-Jährige der Anstifter gewesen.

Als die Massenpanik ausbrach, stoppte er das Filmen. Darauf übernahm der Hauptangeklagte und zeichnete die Massenpanik in der Thier-Gallerie auf. Für das Filmen hatte er keine Geld vom Hauptangeklagten bekommen.

Neben dem Arrest von vier Tagen verordnete das Gericht 80 Stunden gemeinnützige Arbeit und ebenfalls zwölf Beratungsgespräche bei „streetlife“. Da der 18-Jährige über kein eigenes Einkommen verfügt, muss er keine Prozesskosten tragen.

 
 

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