Dortmund

Dortmund: Mann hat nicht mehr lange zu leben – dann wird ihm DIESER herzzerreißende Wunsch erfüllt

Kurz vor seinem Tod, wollte dieser Patient noch heiraten - darauf beginnt ein Rennen gegen die Zeit für alle Beteiligten.
Kurz vor seinem Tod, wollte dieser Patient noch heiraten - darauf beginnt ein Rennen gegen die Zeit für alle Beteiligten.
Foto: Klinikum Dortmund

Dortmund. Der 62-jährige Patient ist krank. Sehr krank. Er wird nicht mehr lange zu leben haben. Doch einen großen Wunsch hat er noch: Im Krankenbett des Klinikums Dortmund heiraten.

Doch nur 24 Stunden zuvor sieht die Situation in Dortmund noch komplett anders aus.

Dortmund: Patient liegt im Sterben und hat noch einen letzten Wunsch

Wie das Klinikum Dortmund berichtet, wird der 62-Jährige seit Anfang Juni auf der Lungen-Intensivstation behandelt - palliativ. Heißt: Der Mann ist auf die Zielgeraden seines Lebens eingebogen, dieser Weg soll möglichst schmerzfrei und würdevoll sein. „Viel Zeit bleibt da nicht mehr“, erklärt das Klinikum. Der Patient möchte unerkannt bleiben, daher wird sein Name nicht genannt.

Doch vor seinem Ableben möchte der Schwerkranke noch heiratetn. Es sei sein größter Wunsch. Bereits vor neun Jahren in der Kur, als er seine 51-jährige Partnerin kennengelernt habe, sei er sich dessen sicher.

Doch das Paar ist sich unsicher: Kann man einfach auf einer Intensivstation heiraten?

Klinikum in Dortmund macht das Undenkbare möglich

Das Stations-Team setzt alle Hebel in Bewegung, damit der außergewöhnliche Wunsch noch realisiert werden kann. Eine Schwester hängt sich ans Telefon und informiert das Standesamt vor Ort. Sie wird darauf hingewiesen, dass die Braut zuvor noch einige Unterlagen einreichen müsse.

Das große Problem: Die Frau wohnt knapp vier Autostunden von Dortmund entfernt, wie soll sie das machen? Doch sie klemmt sich hinters Steuer.

Die 51-Jährige zeigt sich entschlossen: „Es ist ja schließlich sein letzter Wunsch, mich zu heiraten.“

Rennen gegen die Zeit beginnt

Erst in der Nacht erreicht sie ihrer Heimatstadt, ruft sogleich auf der Station an, um zu fragen, wie es ihrem zukünftigem Ehemann geht. Die Schwester beruhigen sie: Noch nie wäre er so voller Vorfreude gewesen.

Für drei Stunden schließt sie ihre Augen, versucht Schlaf zu finden. Die Frage, die sie beschäftigt: „Lebt er noch, wenn ich morgen wieder aufwache?“ Morgens geht sie direkt zum Standesamt, der Mitarbeiter macht auf dem kurzen Dienstweg alles möglich.

Weiter geht's zurück nach Dortmund. Auf der Fahrt macht sie einen Zwischenstopp auf einem Rastplatz. Am Telefon fragt sie die Standesbeamtin, ob sie den Termin wahrnehmen könne und alles wie geplant klappt. Zeit zum Nachdenken hat sie nicht. Der Dauer-Sprint geht weiter.

Brautstrauß, -Kleid und Co.? Fehlanzeige. Stattdessen Jeans und rotes T-Shirt. „Immerhin ist das T-Shirt rot, die Farbe der Liebe“, hat sie ihren Humor nicht verloren, als sie endlich auf ihren Partner trifft.

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Nach der Trauung heißt es: Abschied nehmen

Der todkranke Patient liegt zwischen weißen Laken mit Herzen und Lichterkette, über seinen Kopf befindet sich ein kleiner Zettel mit der Aufschrift „Mr & Mrs“. Weil auf die schnelle keine Fliege mehr aufzutreiben war, hat das Krankenhaus-Team ihm kurzerhand aus einer Socke und einem Band eine gebastelt.

Nach wenigen Minuten hat die Standesbeamtin die Trauung vollzogen. Erstmals ist auf der Intensivstation des Klinikums geheiratet worden. Der Mann atmet schwer - vor Glück: „Jetzt bist du endlich meine Frau“. Ringe haben sie zwar keine, dafür gibt's eine Runde Pizza für das komplette Team der Station.

Als Erinnerung an den besonderen Tag bleibt der frisch Vermählten nur die gebastelte Fliege. „Die habe ich auch als Erinnerung an den Tag mit nach Hause genommen“, sagt die 51-Jährige. „Das ist gerade echt alles ein Wechselbad der Gefühle, ein Taumeln zwischen Freude und Traurigkeit, irgendwie alles so unwirklich.“

In ihrer unendlichen Dankbarkeit für die Leistung des Krankenhaus-Teams, haben sie dennoch eine Bitte: „Feiert ihr für uns. Wir werden dazu nicht mehr kommen.“

Denn nach der Spontan-Trauung heißt es für das frische Paar schon wieder: Abschied nehmen.

 
 

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