Dortmund

Dortmund: Lehrerin mit ungewöhnlichem Anliegen nach Herbstferien – „Vielleicht machen wir das Unmögliche ja möglich“

Dortmund: Die Lehrerin startete einen ungewöhnlichen Versuch. (Symbolbild)
Dortmund: Die Lehrerin startete einen ungewöhnlichen Versuch. (Symbolbild)
Foto: imago images / Olaf Döring

Dortmund. Nach den Herbstferien ging am Montag der Alltag für Schüler und Lehrer wieder los. Und pünktlich zum Schulstart in NRW hatte eine Lehrerin aus Dortmund bereits ein Anliegen; ein Anliegen der ungewöhnlichen Art.

Deshalb hat sie sich über Facebook an die Öffentlichkeit gewandt. In ihrem Beitrag heißt es: „Vielleicht machen wir das Unmögliche ja möglich.“

Dortmund: Lehrerin hat ungewöhnliches Anliegen nach Herbstferien

Kaya Tebbe ist Lehrerin an dem Konrad-Klepping-Berufskolleg in Dortmund und leitet dort gemeinsam mit zwei weiteren Lehrerinnen sogenannte „Profil-Klassen“ unter dem Motto „Fit For Job“. Nach einer zweijährigen Berufsausbildung erlangen Schüler so das Fachabitur und sollen für das Berufsleben vorbereitet sein.

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Dafür durchlaufen sie auch mehrere dreiwöchige Praktika. Nun hatten Tebbes Schüler eigentlich alle einen Praktikumsplatz für das bevorstehende Praktikum zum Schulstart am Montag, erzählt sie in einem Gespräch mit DER WESTEN.

Allerdings kam es dabei unerwartet zu einem Rückschlag. Die Lehrerin hat sich deshalb über die Facebook-Gruppe „Du bist Dortmunder, wenn ...“ an die Menschen in Dortmund gewandt. Dort schreibt sie: „Ich weiß, wie verrückt meine Bitte ist, aber ich versuche es trotzdem: Meine Schülerinnen und Schüler sollen morgen ihr Praktikum antreten. Nun haben drei besonders nette und motivierte von ihnen am Freitagmittag wegen Corona eine Absage erhalten. Wenn ihr oder jemand, den ihr kennt, ihnen ein Praktikum im kaufmännischen Bereich anbieten könntet, wäre das großartig!“

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Wie schwierig die spontane Praktikumssuche gerade in Corona-Zeiten ist, zeigen auch ihre Worte: „Zeitraum ist flexibel, wir freuen uns auch über einige Tage. Vielleicht machen wir das Unmögliche in dieser schwierigen Zeit ja möglich.“

Erste Absage bereits im März

Daraufhin reagierten zahlreiche Facebook-Nutzer und äußerten Ideen für eine potentielle Praktikumsstelle, wie bei der Stadtverwaltung, den Städtischen Kliniken, Rewe oder einigen Gerichten. Facebook-Nutzer zeigten sich begeistert von dem Engagement der Lehrerin.

Gegenüber DER WESTEN sagte Tebbe: „Mir taten die Schüler total leid.“ Denn schließlich handele es sich nicht nur um nette und motivierte Schüler, sondern etwa zweidrittel der Schüler hätten bereits während der ersten Corona-Welle im März plötzlich eine Absage zu ihren zugesagten Praktikumsplatz hinnehmen müssen. Zudem finde die Lehrerin es „unfair“, dass die Firmen nun vergangenen Freitag um 12.15 Uhr wegen Corona abgesagt hätten.

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Das ist die Stadt Dortmund:

  • wurde 880 erstmals schriftlich erwähnt (als 'Throtmanni')
  • hat 588.250 Einwohner (Stand: Dezember 2019) und ist damit die neuntgrößte Stadt Deutschlands
  • nach Fläche und Einwohnerzahl die größte Stadt im Ruhrgebiet
  • ist mit Flughafen und Hauptbahnhof wichtiger Verkehrsknotenpunkt
  • der Signal-Iduna-Park (Heimstadion von Borussia Dortmund) ist mit über 81.000 Plätzen das größte Fußballstadion Deutschlands
  • weitere Sehenswürdigkeiten: Westfalenpark, Dortmunder U, Deutsches Fußballmuseum
  • Oberbürgermeister ist Thomas Westphal (SPD)

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Gute Nachrichten nach Absage

Doch schon am Dienstag hatte Tebbe gute Nachrichten: Die drei Schüler ohne Praktikumsplatz hätten am Dienstagmorgen ein Praktikum begonnen! Ein Schüler sei in einer Anwaltskanzlei, ein anderer in der Vermögensberatung und der dritte in einer Steuerkanzlei untergekommen, so Tebbe überrascht und glücklich zugleich. Zwei der drei Stellen hätten sich tatsächlich aus ihrem Gesuch aus der Facebook-Gruppe ergeben.

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Damit hat es die Lehrerin doch geschafft, „das Unmögliche möglich (zu) machen“. Der Vorfall ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Solidarität trotz oder gerade in Zeiten von Corona funktionieren kann. Sollten Schüler auch in Zukunft noch mal eine unerwartete Absage zu ihrem Praktikumsplatz erhalten, weiß Tebbe wohl, wo sie um Hilfe fragen kann.

 
 

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