Dortmund

Dortmund: Klinikum ist das erste in NRW, das jetzt tatsächlich DAS vorhat

Dortmund: Das Klinikum hat Einmaliges vor in NRW. (Symbolbild)
Dortmund: Das Klinikum hat Einmaliges vor in NRW. (Symbolbild)
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann

Dortmund. Das Klinikum Dortmund befindet sich auf dem Vormarsch. Es hat nun etwas vor, was noch kein anderes Krankenhaus in NRW macht.

Noch befindet sich das Klinikum in der Testphase, doch es könnte mit der neuen Methode Leben retten.

Dortmund: Klinikum plant Einmaliges in NRW

Der Aufwand ist groß. Aber die Ärzte in Dortmund versprechen sich viel von dem bisher einmaligen Vorhaben in NRW. Denn sie wollen Antikörper von geheilten Coronavirus-Patienten nutzen, um diese schwerkranken Coronavirus-Patienten zu verabreichen. Darüber berichten die „Ruhrnachrichten“.

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Das Klinikum kontaktierte alle Menschen aus dem Dortmunder Raum, die an dem Coronavirus erkrankt waren, nun jedoch wieder gesund sind. Von den knapp 240 einverstandenen Personen eigneten sich 20, sodass die Ärzte schließlich 60 Plasma-Spenden mit Antikörper gewinnen konnten.

„Es ist eine Übergangs-Therapie, aber noch kein zugelassenes Arzneimittel. Dennoch haben wir die Genehmigung, es in schweren Fällen als individuellen Heilversuch einzusetzen und standen im Klinikum auch schon kurz davor“, sagt Institutsleiter Privatdozent Dr. Uwe Cassens. Denn tatsächlich können verabreichte Antikörper die Erkrankung deutlich mildern und einen Patienten möglicherweise sogar das Leben retten.

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Plasma-Spenden benötigt - Tests notwendig

Das Klinikum Dortmund beantragte deshalb nun eine Zulassung zur Studie beim Paul-Ehrlich-Institut und bat die Immunologen des Leipniz-Institutes an der TU und die Bio-Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes um Unterstützung. So wäre es das erste Krankenhaus in NRW, das eine derartige Methode gegen eine Erkrankung mit dem Coronavirus einführen würde.

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Das Coronavirus in Dortmund (Stand 3.6.20):

  • 751 bestätigte Fälle
  • Fünf neue bestätigte Fälle
  • 24 aktuelle Fälle
  • Sieben Patienten im Krankenhaus - davon drei normalstationär und vier intensivpflichtig ohne Beatmung
  • Vier Todesfälle
  • 723 genese Patienten

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Um diese aber tatsächlich anwenden zu können, sind die Ärzte auf ausreichend Antikörper und damit zunächst auf Plasma-Spenden angewiesen. „Vor allem suchen wir dringend Plasma der Blutgruppen B und Ab. Bisher haben wir überwiegend A und 0“, erklärte Cassens.

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Mithilfe der Plasma-Spenden wollen die Forscher dann herausfinden, welche Menge und Qualität von Antikörper nötig ist, um daraus tatsächlich eine Heilung von Patienten zu erzielen. Schließlich bedeuten Antikörper nicht gleich eine Immunität gegen das Coronavirus.

Liegen den Forschern also Antikörper von Menschen vor, die sonst keine Vorerkrankungen haben, können sie mit den Tests beginnen und dann hoffentlich eine geeignete Antikörper-Therapie entwickeln, wie die Ruhrnachrichten schreiben. Denn die Hoffnung ist groß, dass Intensiv-Patienten mit einer schweren Erkrankung geheilt werden könnten. (nk)