Dortmund ist kein Schaufenster für E-Mobilität

Dortmund. Die Landesregierung hat sich nach Aussagen von Wirtschaftsminister Voigtsberger entschieden, bei dem Schaufenster-Regionen-Wettbewerb zur Elektromobilität des Bundes zwei Bewerbungen zu unterstützen: Die Bewerbung von InnovationCity in Bottrop und der Region Aachen.

„Auto-Papst“ Prof. Dudenhöffer kritisiert, dass wichtige flächendeckende Umsetzungen, wie etwa die großen Ruhrgebietsstädte Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg oder Köln damit außen vor bleiben.

Der Lehrstuhlinhaber an der Uni Duisburg-Essen: „Damit werden sämtlich anderen Städte der Ruhr „vergessen“ und Steuergelder unökonomisch konzentriert. Die Festlegung auf Bottrop beraube die zentralen und großen Ruhrgebietsmetropolen um wichtige Chancen beim Ausbau der Infrastruktur. NRW vergebe damit wichtige Chancen.

Ein komplettes Stadtquartier in einer Größenordnung von rund 50 000 Einwohnern soll Musterquartier für Energie-Effizienz werden. Bis zum Jahr 2020 soll in dem Gebiet der Energiebedarf um 50 Prozent reduziert werden.

Dudenhöffer begründet seine Kritik an der Entscheidung für das elektromobile „Schaufenster“ in Bottrop mit den mangelnden Einwohner- und Autofahrerzahlen. Sie würden eine breite Wirkung verhindern. Der Wissenschaftler rechnet vor, dass in Bottrop insgesamt nur 61 133 Autos zugelassen sind (4,5 Prozent des Ruhrgebietes). In Dortmund seien beispielsweise 254 470 Fahrzeuge zugelassen (immerhin 18,9%).

„Warum sollte ein Autobauer wie Ford, Opel oder Mercedes ein Elektromobilitätsprojekt begleiten, bei dem gerade mal 61 133 Pkw gemeldet sind?“ so Dudenhöffer. „Bottrop ist zu kleinteilig.“ Bei der Übertragung des ehrgeizigen Umsetzungsziels der Bundesregierung, wären im Jahre 2020 „gerade mal 1445 Elektroautos auf Bottrops Straßen“ unterwegs. Fazit. „Dafür investiert kein Autobauer in ein teures Schaufenster, das außerhalb des Ruhrgebiets kein Mensch kennt.“

Die Möglichkeiten, Elektromobilität in den Ruhrmetropolen Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund im Rahmen der Schaufenster für Elektromobilität umzusetzen, seien mit der Entscheidung der NRW-Regierung „auf null reduziert“. Für die großen Städte des Ruhrgebiets sei die Chance vertan worden, die Elektromobilität auszubauen.

 
 

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