Dortmund ist Hochburg des Widerstands

Andreas Winkelsträter
Jutta Reiter und OB Ullrich Sierau mit Friedenstauben beim Friedensfestival.
Jutta Reiter und OB Ullrich Sierau mit Friedenstauben beim Friedensfestival.
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. „Dortmund ist keine Hochburg der Neonazis. Dortmund ist eine Hochburg des Widerstandes gegen Neonazis“, betonte gestern OB Ullrich Sierau bei der Eröffnung des sechstägigen Friedensfestivals an der Katharinentreppe.

Die Gewerkschaft Verdi veranstaltet das bunte und beschwingte Fest am Eingangstor Dortmunds, das in den vergangenen Jahr immer wieder Neonazis für ihre Propaganda gedient hatte. Nun hat Verdi-Sekretär Martin Steinmetz diesen Platz für die nächsten acht Jahre blockiert.

„Die Gäste unserer Stadt werden nun mit dem bunten Fest begrüßt und nicht mit dem Hass der Nazis empfangen“, erklärte Horst Kortwittenborg, Sprecher der Vertrauensleute bei der Stadt. Er selbst war vor wenigen Tagen Opfer eines feigen Anschlags der Nazis geworden. Sein Haus wurde mit Hakenkreuz beschmiert. Das sei die perfide Art der Neonazis mit politischen Gegnern umzugehen. Es könne alle treffen. Man habe die Nazis viel zu lange gewähren lassen. Er werde sich nicht einschüchtern lassen und forderte alle auf, sich den Nazis entgegenzustellen oder zu setzen. Unter dem Applaus der Besucher forderte er ein Verbot der Nazi-Demos und erneut ein Verbot der NPD.

Angriff auf uns alle

„Das war nicht nur ein Angriff auf euch, sondern ein Angriff auf uns alle“, rief Ullrich Sierau dem Vertrauensleutesprecher entgegen „Und das muss endlich aufhören.“ Dortmund sei stolz auf seine Kultur, eine Kultur voller Respekt und Vielfalt. „Die Neonazis stehen dem Entwurf dieser Stadt entgegen.“ Sie seien eine kleine verschwindende Minderheit, die man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfe. „Wir müssen rechtes Gedankengut im Keim ersticken, denn es ist eine ernsthafte Gefahr“, so das Stadtoberhaupt. Die Steinwache stehe als Mahnmal dafür, „dass wir in einer freien, lebendigen und toleranten Gesellschaft leben“. Sie gelte es zu verteidigen. „Dieser Platz hier ist nicht das letzte Stück Dortmund, von dem wir sie vertreiben werden“, bekräftigte Sierau. Und das wolle man den Neonazis am 3. September mit vielen friedlichen Aktionen zeigen. Andreas Roshol, Bündnis „Dortmund nazifrei“, sagte, dass die Nazis durch Drohungen und körperliche Angriffe ein Klima der Angst schaffen. Er empörte sich über die Vorverurteilung durch die Polizei in Sachen Blockaden. Sie seien friedliche Mittel im Rahmen von zivilem Ungehorsam. „Wir verzichten ausdrücklich auf gewaltsame Aktionen.“