Dortmund

Dortmund: Polizei rettet 14 schwer verletzte und verwahrloste Hunde – darum durften sie zwei Tage später wieder zu ihrer Halterin

14 Nackthunde hat die Polizei Dortmund aus einer Gartenlaube gerettet. (Symbolbild)
14 Nackthunde hat die Polizei Dortmund aus einer Gartenlaube gerettet. (Symbolbild)
Foto: Funke Foto Service

Dortmund. Der Polizei und den Tierschützern aus Dortmund muss sich ein grausames Bild geboten haben: Am 6. August wurden die Polizisten zu einer Gartenlaube in der Güntherstraße gerufen. Dort fanden die Beamten aus Dortmund mehr als ein Dutzend Nackthunde auf engstem Raum zusammengepfercht.

Polizei und Tierschutz holen 14 verwahrloste Hunde aus einer Gartenlaube in Dortmund

Nach Angaben einer Polizeisprecherin hätten die Hunde und deren Umfeld nicht gut ausgesehen. „Die Kollegen vor Ort berichteten von Gerüchen und Zuständen in der Laube, die keinesfalls einer artgerechten Haltung entsprechen“, so eine Sprecherin.

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Daraufhin wurde der Tierschutzverein Arche 90 angerufen, der sich der Hunde annehmen sollte. Wie die Arche 90 auf seiner Facebook-Seite beschreibt, sei es „in der Laube heiß und stickig gewesen“.

Hoden der Hunde teils verletzt, manche Tiere bis auf die Knochen abgemagert

Als die Tiere nach einer aufwendigen Einfang-Aktion ins Tierheim zur Untersuchung gebracht wurden, stellten die Mitarbeiter fest, dass die Hunde teilweise schwere Verletzungen an den Hoden hatten sowie manche der Tiere bis auf die Knochen abgemagert waren.

Die Halterin der Hunde, die während des Einsatzes zu der Gartenlaube hinzu kam, hat sich laut Polizei dermaßen aufgeregt und gegen die Maßnahme gewehrt, dass sie zunächst einen Platzverweis erhielt und anschließend sogar von den Beamten „von der Laube entfernt werden musste.“

„Sie war ganz und gar nicht froh, dass wir die Hunde mitnehmen und hat keinerlei Einsicht gezeigt“, so die Polizeisprecherin.

Hunde wurden zwei Tage später wieder an Halterin übergeben

Trotz aller Verletzungen und der bedenklichen Zustände der Hunde als auch der Gartenlaube, wurden die Tiere bereits zwei Tage nach dem Einsatz wieder an ihre Halterin übergeben. Das bestätigt der Verein Arche 90 als auch die Polizei.

Der Grund dafür nennt ein Stadtsprecher aus Dortmund: „Auch in Tierschutzangelegenheiten kann ordnungsrechtlich grundsätzlich zunächst immer nur das mildeste Mittel angeordnet werden, um vorgefundene Mängel zu beheben. Nach Analyse des Zustandes der Tiere und Gesamtlage durch amtliche Tierärzte wurden die angeordneten Maßnahmen als die am meisten geeigneten angesehen.“

Die „angeordneten Maßnahmen“ sind unter anderem:

  • Der längere Aufenthalt in der Gartenlaube ist nur als geschützter Ruheraum bei geöffneter Außentür gestattet
  • Eine Unterbringung der Hunde darin, wenn die Tür verschlossen ist, ist maximal für eine Stunde gestattet

Außerdem heißt es weiter von der Stadt: „Der Bestand ist zeitnah durch Abgabe von Hunden zu reduzieren. Geschlechtsreife Tiere, die im Besitz bleiben sollen, sind dauerhaft unfruchtbar zu machen.“

Veterinäramt entscheidet über Straftat oder Ordnungswidrigkeit

„Das Veterinäramt entscheidet, ob es sich um eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit handelt. Da wir nichts mehr in diesem Fall gehört haben und die Hunde wieder bei ihrer Halterin sind, wird es sich um eine Ordnungswidrigkeit handeln. Das liegt im Zuständigkeitsbereich des Veterinäramtes“, heißt es seitens der Polizei Dortmund.

Das Veterinäramt hat noch weitere Auflagen an die Haltern gestellt. Am Mittwoch, 15. August findet eine erste Kontrolle statt, ob die Halterin diese Auflagen umsetzt.

 
 

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