SO bezeichnet eine Polizistin einen Dortmunder Moderator – ist das schon eine Beleidigung?

Über Dienstfunk nannte eine Polizisten einen Moderator aus Dortmund „Fußball-Hampelmann“. (Symbolbild)
Über Dienstfunk nannte eine Polizisten einen Moderator aus Dortmund „Fußball-Hampelmann“. (Symbolbild)
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Dortmunnd. Beamtenbeleidigung kann teuer werden. Alleine, wenn du einen Polizisten schon duzt, dann kostet das 600 Euro. Würdest du ihn aber einen Wichser nennen, musst du 1.000 Euro locker machen. Aber wie sieht es aus, wenn es andersherum ist und ein Beamter dich beleidigt? Das ist Uwe Kisker, Fußball- und Schlagermoderator in Dortmund, jetzt passiert.

Moderator hörte Beleidigung über Dienstfunk

Über den Polizei-Funk hörte er eine Beleidigung mit, die er eigentlich gar nicht mitbekommen sollte. Davon berichten jetzt die Ruhrnachrichten. Aber von vorne: Der Fußball-Moderator fuhr am 9. August mit dem Auto zu schnell durch einen verkehrsberuhigten Bereich im Unionviertel und wurde von der Polizei erwischt.

Doch Uwe Kisker konnte sich nicht ausweisen. Also googelte der Polizist nach dem in Dortmund bekannten Moderator. Doch die Identität wollte er sich lieber noch bestätigen lassen und funkte die Leitstelle an, um zu fragen, ob er überhaupt einen Führerschein hat.

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„Ja, der Fußball-Hampelmann hat einen Führerschein.“

Die Polizistin in der Leitstelle soll bestätigt haben: „Ja, der Fußball-Hampelmann hat einen Führerschein.“ Dummerweise konnte Kisker das Gespräch mithören. Peinlich berührt machte der Polizist seine Kollegin darauf aufmerksam, dass man sie laut verstehen konnte. Stille am anderen Ende der Leitung. Er entschuldigte sich bei Uwe Kisker.

„Was wäre passiert wenn ich Hampelmann gesagt hätte ???“

Bei Facebook hatte er prompt über den Fall berichtet. Und fragt: „Was wäre passiert, wenn ich Hampelmann gesagt hätte???“

Auch Nutzer regen sich unter dem Post über die Situation auf. Ellen M. schreibt beispielsweise: „Wirklich unfassbar“. Auch Julian E. meint entrüstet: „Da hätte ich weitere Maßnahmen einleiten lassen. DAS ist nämlich absolut unfassbar! Mit Nachdruck dran bleiben, etc.“ Aber viele sehen es auch gelassen und witzeln: „Aber sie hat doch recht und Dich erkannt. Ich versteh das Problem nicht! “, schreibt Michael E.

Und Dagmar B. sagt: „Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass man aus einer Mücke einen Elefanten machen muss. Ich hätte das der Polizistin gegenüber mit einem flotten Spruch kommentiert.“

Polizistin möchte sich persönlich bei Uwe Kister entschuldigen

Die Polizei Dortmund bestätigte den Vorfall auf Nachfrage der Ruhrnachrichten. Die Polizistin wolle sich bei Uwe Kisker noch persönlich entschuldigen. Diese Tatsache ärgerte ihn nämlich mehr als die eigentliche Beleidigung. „Mir ist es wichtig, dass die Leute sehen, dass die Polizei zu ihren Fehlern steht“, sagte er der Zeitung.

Übrigens: Eine Beleidigung sei es nicht gewesen, weil eine Aussage erst unter diesen Tatbestand fällt, wenn sie bewusst so getätigt wird, dass der Adressat diese auch höre, erklärte die Dortmunder Staatsanwaltschaft gegenüber der Zeitung. (js)

 
 

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