Dortmund

Dortmund: Frau gräbt im Garten und macht brisanten Fund – „Brutal ermordet und ausgeplündert“

Im Garten in Dortmund machte eine Frau eine brisante Entdeckung. (Symbolbild)
Im Garten in Dortmund machte eine Frau eine brisante Entdeckung. (Symbolbild)

Dortmund. „Auf grausame Weise ermordet und ausgeplündert“? Als Marianne Mamay DAS im Kleingarten ihres Bruders in Dortmund liest, ist sie schockiert.

Beim Umgraben des Grünstücks in Dortmund-Eving hat sie ein Metallschild mit einem kuriosen Text im Boden gefunden. Was steckt dahinter?

Dortmund: Metallschild mit schockierender Nachricht im Garten gefunden

„Hier wurde der Privatförster Wilhelm Fuhrbach am 1.6.1942 in Ausübung seines Berufes durch zwei aus dem Lager Herne ausgebrochene Ukrainer auf grausame Weise, nach hartem Kampfe, ermordet und ausgeplündert“, steht auf dem Schild.

Auch Geburts- und Todesdatum sind dort angegeben: Fuhrbach lebte demnach vom 18. Januar 1896 bis zum 1. Juni 1942. Er starb im Alter von 46 Jahren. Ist der Kleingarten von Mamays Bruder etwa die letzte Ruhestätte dieses Mannes?

Fuhrbach arbeitete für die Bergwerks-AG

Sterbliche Überreste fand die Familie beim Umgraben keine, weitere Infos zu dieser Geschichte allerdings auch nicht. Erst das Stadtarchiv Dortmund hat die Erklärung für das kuriose Metallschild parat.

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Demnach war Fuhrbach als Förster bei der Bergwerks-AG angestellt und kümmerte sich um ein Waldstück in Dortmund-Mengede, erklärt Stadtarchivar Markus Günnewig.

Zwangsarbeiter pausieren in der Forsthütte

Dort gab es die Forsthütte, in der Fuhrbach auf die zwei Zwangsarbeiter aus der Ukraine traf. Die waren vermutlich vor den schlechten Arbeitsbedingungen in ihrem Betrieb geflohen.

Auf ihrem Weg fanden sie die Forsthütte, brachen das Schloss auf und ließen sich für einige Tage nieder.

Der Förster bemerkte die beiden Männer und überraschte einen von ihnen, als er gerade Hähnchen zubereitete. Der andere Zwangsarbeiter soll die Szene beobachtet haben. Er griff ein, überwältige den Förster und tötete ihn.

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Blut an der Kleidung

Die sterblichen Überreste Fuhrbachs verscharrten die Männer anschließend in der Nähe der Waldhütte. Sie zogen anschließend weiter und bewarben sich um Arbeit. „Dabei müssen sie aufgefallen sein, denn sie hatten Blut an der Kleidung“, sagt Günnewig.

Ein Betrieb habe daher vermutlich die Gestapo eingeschaltet. Die griff die beiden Männer aus der Ukraine auf, um sie zu befragen. Möglicherweise wurden sie gefoltert, bis sie die Tat gestanden, so Günnewig.

19 Tage später sind sie tot

Die Gestapo erhängte die Männer kurze Zeit später am Tatort – nur 19 Tage nach dem Mord an Fuhrbach. Günnewig vermutet, dass andere Zwangsarbeiter bei der Exekution zusehen mussten. „Das sollte der Abschreckung dienen“, sagt der Archivar.

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„Der Fall ist überraschend gut dokumentiert“, sagt Archivar Markus Günnewig. „Das ist bei Dokumenten aus dieser Zeit eine totale Seltenheit.“ Denn die Nazis hätten viele Dokumente, die ihnen zu Lasten gingen, vernichtet.

Schild vermutlich Jahrzehnte unter der Erde

Weil auf dem Schild kein Hakenkreuz sei, geht Günnewig davon aus, dass die Bergwerksgesellschaft dieses Schild anfertigen und aufhängen ließ.

Wie das Schild dann von Mengede in den Kleingarten nach Eving kam, ist unbekannt. Offenbar war es mehrere Jahrzehnte unter einer Erdschicht begraben, bis Mamay und ihre Familie es ans Tageslicht beförderten.

Was Mamay genau mit dem Schild anstellen will, weiß sie noch nicht. Aufhängen komme wegen der traurigen Geschichte nicht in Frage. Für den Müll sei das kuriose Fundstück allerdings auch zu schade: „Ich werde es erstmal behalten. Vielleicht schaue ich mal, ob ein Museum Interesse daran hat“, sagt sie. (vh)

 
 

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