Dortmund: Mann kommt aus Urlaub zurück – als er sein Auto sieht, platzt er vor Wut: „Selbstjustiz!“

Als ein Mann aus dem Urlaub am Flughafen Dortmund landet und zu seinem Auto zurückkehrt, traut er seinen Augen kaum.
Als ein Mann aus dem Urlaub am Flughafen Dortmund landet und zu seinem Auto zurückkehrt, traut er seinen Augen kaum.
Foto: Blossey/privat

Bittere Entdeckung nach Urlaubsreise!

Als DER WESTEN-Leser Jonathan Gefeld* in der vergangenen Woche aus seinem Urlaub nach dem Rückflug am Flughafen Dortmund angekommen ist, hat er eine böse Überraschung erlebt. Um die Parkgebühren am Flughafen Dortmund zu umgehen, hatte Gefeld seinen Wagen in einem Wohngebiet im angrenzenden Holzwickede geparkt – und dadurch anscheinend für Wut gesorgt.

Als er nach der Landung am Flughafen Dortmund sein Auto erreicht hat, traute er seinen Augen kaum. Der rechte Reifen seines Autos wurde kaputtgestochen. „So etwas braucht man natürlich nach einem Urlaub nicht“, sagt der Urlauber.

Flughafen Dortmund: Teures Parkvergnügen für Urlauber

Zwei Wochen lang hatte er seinen wohlverdienten Urlaub genossen, bis er am Sonntag am Flughafen Dortmund zurückgekehrt ist. Die Parkgebühren am Flughafen Dortmund sind zwar nicht so teuer wie bei den Flughäfen in Köln oder Düsseldorf, doch auch hier müssen Kunden für das Abstellen ihres Autos tief in die Tasche greifen.

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Bei drei Wochen Urlaub etwa wären dies für Gefeld im günstigsten Parkhaus immerhin 69 Euro gewesen, im teuersten Parkhaus sogar 105 Euro. Geld, das der Mann aus Recklinghausen lieber für seinen Urlaub sparen wollte. Das kommt ihn nun teuer zu stehen.

Ausweg: das Wohngebiet nebenan

Gefeld fährt also nicht ins Parkhaus am Flughafen, sondern ins an den Flughafen angrenzende Holzwickede im Kreis Unna. An der Hauptstraße habe er die Hinweise auf zeitlich begrenztes Parken oder Parken nur mit Anwohnerparkausweisen gesehen, an der Lessingstraße, wo er seinen Wagen abstellte, seien ihm diese jedoch nicht aufgefallen.

„Zuerst hielt ich es für einen normalen Platten“

Er habe nicht vor einem Hauseingang geparkt, sondern auf einer gekennzeichneten Parkfläche. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Parkplätze dort total knapp sind“, ergänzt er. Das Ordnungsamt der Stadt Unna bestätigt seine Beobachtungen: In der Lessingstraße und Danziger Straße gelten keine speziellen Parkregelungen für Anwohner.

Gefeld vermutet Selbstjustiz

Gefeld vermutet nun, dass ein Anwohner aus Wut über die Flughafen-Parker gehandelt hat. Zuerst dachte er an eine normale Reifenpanne, „aber dann habe ich gesehen, dass auch andere Autos, die vor und hinter mir an der Straße geparkt haben, jeweils einen platten Reifen hatten“. Die Autos hatten seinen Angaben nach Kennzeichen aus Dortmund, Düsseldorf und Hildesheim (Niedersachsen) – also alles auswärtige Nummernschilder.

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Für ihn ist der Fall klar: „Da wusste ich, dass es keine normale Panne ist, sondern jemand die Reifen zerstochen hat.“

Polizei: Keine Häufung in Holzwickede

Jetzt zieht Gefeld den Schluss: „Das ist Selbstjustiz und eine Straftat. Ich habe aber gegen kein geltendes Recht verstoßen.“ Bei der Polizei Unna geht man hingegen nicht von gezielten Rachefeldzügen der Anwohner aus.

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Im Jahr 2019 sei ohnehin erst ein Fall aus dem Juni bekannt, bei dem im betroffenen Gebiet rund um die Lessingstraße einen platten Reifen gab: „Das kann sicher immer mal wieder passieren, es gibt aber keine signifikante Häufung in Holzwickede.“

Ähnlich ordnet man den Fall beim Ordnungsamt der Stadt Unna ein. Zwar komme es gelegentlich schriftliche Beschwerden von Anwohnern, dabei sei jedoch keine aktuelle Entwicklung zu beobachten.

Zerstochene Reifen keine Regelmäßigkeit

In den meisten Fällen müsse man die Anwohner ohnehin vertrösten, weil kein konkretes Vergehen beim Parken vorliege. Von zerstochenen Reifen, wie im Fall von Jonathan Gefeld, höre man zum ersten Mal.

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Das ist der Flughafen Dortmund:

  • Der Flughafen entstand 1963 am heutigen Standort, zunächst als Standort für Segelflugzeuge
  • Erst 1979 landeten die ersten Verkehrsmaschinen am Dortmunder Flughafen
  • 1997 wurde die Landebahn auf 1450 Meter Länge ausgebaut
  • 2001 hatte der Flughafen Dortmund erstmals mehr als eine Million Passagiere, 2006 waren es bereits zwei Millionen, 2018 waren es knapp über 2,2 Millionen Passagiere

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Gewaltsame Eigeninitiativen von Anwohnern hält Gefeld für total daneben: „Wenn knappe Parkplätze dort so ein massives Problem sind, dann soll die Gemeinde die Gebiete nur für Anwohner ausweisen. So kenne ich es aus Hamburg oder Frankfurt.“

Anwohner entschieden sich gegen Anwohnerparken

Tatsächlich habe es laut Ordnungsamt auch Überlegungen gegeben, das an den Flughafen angrenzende Gebiet als Anwohnerparkgebiet auszuweisen. Doch nach Gesprächen mit den Bewohnern vor Ort entschieden sich die beteiligten Parteien dagegen. Schließlich wäre auch der Wochenendbesuch von Freunden oder Familie davon beeinträchtigt.

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Gefeld will keine Anzeige erstatten

Gefeld hat beschlossen, keine Anzeige zu erstatten. Ob er bei seiner nächsten Reise das Flughafeneigene Parkhaus benutzen will, hat er noch nicht entschieden. Auf eine böse Überraschung wie nach diesem Urlaub könne er jedoch gut verzichten. (dav)

(* Name geändert)

 
 

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