Dortmund

Dortmund: Besonderer Laden eröffnet bald – und das hat er diesen 650 Menschen zu verdanken

Noch sieht man nicht viel von außen. Aber hier in der Rheinischen Straße mit Blick aufs Dortmunder „U“ eröffnet schon bald der Unverpackt-Laden „Frau Lose“.
Noch sieht man nicht viel von außen. Aber hier in der Rheinischen Straße mit Blick aufs Dortmunder „U“ eröffnet schon bald der Unverpackt-Laden „Frau Lose“.
Foto: Frau Lose

Dortmund. Spätestens seit der „Fridays for Future“-Bewegung und dem Wahlerfolg der Grünen bei der Europawahl ist das Umweltbewusstsein bei vielen Menschen gestiegen. In Dortmund soll daher nun ein weiterer Unverpackt-Laden eröffnen.

Bei „Frau Lose“ in Dortmund kannst du dann Getreide, Reis, Nudeln, Öl oder Hygieneprodukte - wie der Name schon sagt - lose kaufen. Dafür kannst du eine Dosen oder einen Behälter mitbringen, in die du die Produkte füllst. „Wir setzen auf regionale Bio-Produkte und wollen auch dem Gemüse eine Chance geben, das sonst vielleicht nur aussortiert wird. Wie beispielsweise die krumme Gurke“, erzählt Mitgründerin Swenja Reil (28) im Gespräch mit DER WESTEN.

„Auch haben wir uns eine Obergrenze gesetzt. Wir verkaufen nur Produkte, die im Umkreis von 600 Kilometern angebaut wurden“, macht sie weiter deutlich. Bananen und Avocados wirst du bei „Frau Lose“ also vergeblich suchen.

Dortmund: Neuer Unverpackt-Laden braucht deine Hilfe

Bis das Geschäft im Unionviertel in Dortmund aber eröffnen kann, brauchten die sechs jungen Gründerinnen im Alter von 27 bis 33 Jahren jede Menge Hilfe.

Denn: Kassensysteme sind teuer, die erste Ladenmiete musste bezahlt werden und der erste Grundstock an Lebensmitteln kommt auch nicht von alleine. Und so haben sie eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen.

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„Wir haben sehr viel positives Feedback erhalten“, sagt die 28-Jährige erfreut. Mindestens 20.000 Euro mussten her, lieber aber 45.000 Euro, um auch ganz sicher über die Runden zu kommen. Seit Ende Mai sammelten die Frauen die Spenden. Die Aktion endete am 30. Juni.

Und jetzt verkünden die stolzen Gründer: „Wir haben es tatsächlich geschafft!“ 650 Menschen haben gespendet und so kam genügend Geld zusammen, um „Frau Lose“ an den Start zu bringen.

Crowdfunding-Kampagne endet am 30. Juni

Noch arbeiten die Dortmunderinnen ehrenamtlich für „Frau Lose“, einige haben dafür sogar ihren Job dafür aufgegeben. Swenja Reil hat in Wales ihren Master in Sozialwissenschaften abgeschlossen. Danach ist die gebürtige Dortmunderin in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und widmet sich seit Dezember dem Projekt.

Die Idee sei auf der „Trash Up“, einer Recycling-Messe in Dortmund, entstanden. Denn bislang gebe es zwar schone einen Unverpackt-Laden (Pur - Loses & Feines, unter anderen auch für Delikatessen) in der Stadt. Das Angebot solle aber ausgebaut werden. Die Nachfrage sei hoch.

„Wir wollen aber nicht nur einen Laden daraus machen. Es soll ein Ort der Begegnung werden“, verdeutlicht die Sozialwissenschaftlerin. In den Räumen sollen auch Ausstellungen gezeigt werden und Workshops zum Thema Nachhaltigkeit stattfinden.

„Frau Lose“ soll noch im Sommer eröffnet werden

Der Laden wird am 9. September offiziell eröffnen. Du findest „Frau Lose“ dann bald in der Rheinischen Straße 24 in Dortmund. Ein Pre-Opening-Event findet am 6. September (Freitag) ab 16 Uhr statt.

Mehr Informationen findest du auf der Homepage frau-lose.de.

Frau Lose: Zweiter Unverpackt-Laden in Dortmund

  • Rheinische Straße 24
  • Eröffnung: 9. September
  • Öffnungszeiten:
  • Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10.30 bis 19.30 Uhr
  • Samstag von 10.30 bis 14.30 Uhr
  • Mittwoch geschlossen

Auch Supermärkte und Discounter schreiben sich immer mehr Umweltaspekte auf die Fahnen und wollen auch helfen, den Plastikverbrauch zu reduzieren. Aldi verkauft beispielsweise seit Kurzem die dünne Plastiktüte für Obst und Gemüse für einen symbolischen Cent. Doch die Aktion kam gar nicht gut bei den Kunden an. >>>mehr dazu hier.

 
 

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