Dortmund bleibt beim Fußballmuseum im finanziellen Risiko

Die Außenbeleuchtung lässt das Gebäude schon jetzt abends in hellem Licht erstrahlen.
Die Außenbeleuchtung lässt das Gebäude schon jetzt abends in hellem Licht erstrahlen.
Foto: Ralf Rottmann/Funke Foto Services
Die Stadt Dortmund bleibt bei der Finanzierung des Fußballmuseums im Risiko. Wir erklären, warum und welche Folgen das haben könnte.

Dortmund.. Ihre Verpflichtung, 350.000 Euro jährlich an Sponsorengeldern für das Fußballmuseum einzuwerben, hat die Stadt zwar um 100.000 Euro senken können, doch das finanzielle Risiko bei Verlusten bleibt. Eine von der Stadt angestrebte Vertragsänderung wurde nicht erreicht. Wir erklären, warum und welche Flogen das haben könnte.

Die von der Stadt Dortmund angestrebte Änderung der sechs Jahre alten Verträge mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) wurde in der Gesellschafterversammlung vor einer Woche nicht erreicht. Das sei "alles im Einvernehmen" besprochen, erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau auf Anfrage: "Es besteht kein Handlungsbedarf." Das Museum sei "super angelaufen". Man brauche aktuell über Defizite nicht zu sprechen. Sollte sich die Situation ändern, könne man mit dem DFB nachverhandeln. Sierau: "Dem DFB ist auch klar, dass er ein reicher Verein ist."

Rauball will keine Vetternwirtschaft

Nach Informationen dieser Redaktion war es DFB-Interimspräsident Dr. Reinhard Rauball, der als Dortmunder jeglichen Anschein einer möglichen Vetternwirtschaft vermeiden und eine potenzielle Änderung des Vertrags deshalb seinem Nachfolger überlassen wollte.

Wie berichtet, hatte OB Sierau zuletzt bei der Eröffnung des Museums vor vier Wochen angekündigt, über die Verteilung des Betriebskostenrisikos werde mit dem DFB als Mitgesellschafter des Fußballmuseums noch einmal verhandelt. Damals war noch Wolfgang Niersbach DFB-Präsident.

Risikoklausel im Vertrag

Jetzt gilt weiterhin: Verluste bei den jährlichen Betriebskosten werden zwischen Stadt und DFB bis zu einer Höhe von 500.000 Euro geteilt. Alles, was darüber liegt, muss die Stadt ausgleichen. Für diese Risikoklausel im Vertrag war die Stadtspitze immer wieder kritisiert worden.

Das Fußballmuseum rechnet bis zum Wochenende mit 25.000 verkauften Karten. Das entspreche völlig den Erwartungen, so Pressesprecher Knut Hartwig auf Anfrage. Über das Jahr gerechnet hoffen Stadt und DFB auf 270.000 Besucher.

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