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Dortmund: Bäume an Gedenkstätte abgesägt – wer steckt dahinter? Polizei steht vor Rätsel

Dortmund: Am Mahnmal in der Bittermark sind drei symbolisch wichtige Bäume abgesägt worden.
Dortmund: Am Mahnmal in der Bittermark sind drei symbolisch wichtige Bäume abgesägt worden.
Foto: imago images / blickwinkel

Dortmund. Es war ein Schock für die Stadt Dortmund: An einer Gedenkstätte für Opfer der Nazi-Zeit wurden drei symbolisch gepflanze Bäume einfach abgesägt.

Die Tat, die wohl am 6. Januar verübt worden sein soll, markiert nicht das erste Mal, dass die Gedenkstätte in Dortmund-Bittermark Opfer von Vandalismus geworden ist. Handelt es sich hier um eine Tat mit rechtsradikalem Hintergrund oder um einen unglücklichen Dummejungenstreich?

Dortmund: Bäume am Mahnmal in der Bittermark abgesägt

Die drei abgesägten Apfelbäume wurden von 2015 bis 2017 an der Gedenkstätte eingepflanzt – immer ein Baum pro Jahr. Sie sollen an den Pfarrer Korbinian Aigner erinnern, der einst ein Häftling im KZ Dachau war und dort junge Pflanzen züchtete, die er 1945 bei seiner Flucht mit in die Freiheit nahm.

Ernst Söder, langjähriger Vorsitzender des „Fördervereins Gedenkstätte Steinwache“, ist sich sicher: Hierbei handelte es sich um eine gezielte Attacke mit politisch motiviertem Hintergrund. „Ich glaube nicht, dass es ein Streich war“, erzählt er den „Ruhrnachrichten“. „Denn die Bäume sind abgesägt worden. Vermutlich ganz gezielt. Denn wer geht schon mit einer Säge durch den Wald?“

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Politisches Motiv? Polizei ist sich unsicher

Doch für den Verdacht auf eine politisch motivierte Tat gibt es keine Beweise. Das bestätigte die Dortmunder Polizeisprecherin Dana Seketa auf Anfrage von DER WESTEN. Zwar habe man extra die eigene „Soko Rechts“ auf den Fall angesetzt, doch der Verdacht auf einen rechtsradikalen Hintergrund habe sich „aktuell nicht erhärtet“.

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Vor allem ein Detail stellt die Polizei aktuell noch vor Rätsel: Rund 100 Meter von der Gedenkstätte entfernt wurden ebenfalls zwei zufällige Buchen abgesägt – auf ähnliche Art wie die Apfelbäume an der Gedenkstätte. Ob ein Zusammenhang zwischen diesen beschädigten Bäumen besteht, muss noch ermittelt werden.

Doch feststeht: Motiv oder Täter sind weiterhin völlig unklar. Hatte der Vorfall einen politischen Hintergrund? Oder war es einfach bedeutungsloser Vandalismus? „Im Moment ist alles möglich“, meint Polizeisprecherin Seketa. (at)

 
 

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