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Dortmund: Bäckerei schmeißt Rentnerin raus – aus diesem unglaublichen Grund

Dortmund: Die Rentnerin war noch Stunden nach dem Vorfall schockiert. (Symbolbild)
Dortmund: Die Rentnerin war noch Stunden nach dem Vorfall schockiert. (Symbolbild)
Foto: imago images / ZUMA Press

Dortmund. Dreimal pro Woche gehen sie in die Bäckerei Malzers in Dortmund: Die Rentnerin Dorlies Beloch (73) trifft sich dort regelmäßig mit ihren Freundinnen zum Kaffee und Kuchen. Sie gehören zu den Stammgästen in der Filiale an der Kuckelke.

Und dennoch: Obwohl die treuen Kundinnen unter der Woche jeden zweiten Tag den Laden aufsuchen, hat die Bäckerei die Rentnerin nun vor die Tür gesetzt.

Dortmund: Frauengruppe von Verhalten in der Bäckerei schockiert

Anfang der Woche waren die Rentnerinnen wieder in der Bäckerei. Sie tranken Kaffee, aßen Kuchen. Beloch unterdrückte ihr Bedürfnis, auf Toilette zu gehen. Denn die Toilette war bereits seit mehreren Tagen defekt, wie die „Ruhrnachrichten“ schreiben.

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Irgendwann konnte es die Rentnerin nicht aushalten, benutzte die Toilette trotz Hinweisschild „Defekt!“. Als Beloch von der Toilette kam, stellte sich eine Verkäuferin vor ihr in den Weg. Diese habe der Rentnerin bloß gesagt: „Ich erteile Ihnen Hausverbot.“

Hausverbot wegen der Toilette

Die 73-Jährige habe daraufhin gemeinsam mit ihren Freundinnen sofort die Bäckerei verlassen. Gegenüber den Ruhrnachrichten berichtete Beloch später, sie habe Brustkrebs gehabt und ihre Lymphknoten seien entfernt worden. Seitdem müsse sie häufiger pinkeln. Zudem habe die Rentnerin erklärt, dass sie wegen ihres diagnostizierten Diabetes eine Blasenschwäche habe.

Aus diesem Grund waren Beloch sowie ihre Freundinnen auch so schockiert über den Vorfall. Sie beschreibt die Verkäuferin als „Furie“. Zumal die 73-Jährige die Verkäuferinnen schon vor dem Zwischenfall bezüglich der defekten Toilette angesprochen hatte. Weil das nicht geholfen hätte, hatte Beloch die Malzers-Hauptverwaltung in Gelsenkirchen angerufen. Das Ergebnis: Die Toilette funktionierte weiter nicht.

Bereits mit anderen Geschäften nicht zufrieden

Oliver Hein, der Unternehmensberater von Malzers, sagt dagegen, dass sich die Rentnerin „gewaltsam“ Zugang zu der Toilette verschafft habe. Denn sie habe einen kleinen Transportwagen, der vor der Toilette gestanden habe und ihre Nutzung verhindern sollte, zur Seite geschoben. Zudem sei wenige Meter von der Filiale entfernt eine öffentliche Toilette an der U-Bahn-Station Reinoldikirche zugänglich.

Der Unternehmensberater gibt auch an, dass die Toilette der Malzers-Filiale bereits verstopft gewesen sei. Beloch meint dagegen, dass die Toilette einwandfrei funktioniert hätte.

Nachdem es der Frauengruppe im Cafe Beckmann nicht mehr gefallen habe, weil es ihnen im Sommer ohne Schirme zu heiß und im Winter ohne Heizung zu kalt gewesen wäre, wären die Rentnerinnen in die Malzers Backstube an der Thier-Galerie gewechselt. Auf Dauer wäre Berloch und einer ihrer Freundinnen der Weg dahin allerdings zu weit gewesen, weshalb sie sich für ihren Stammtisch die Bäckerei Malzers an der Kuckelke ausgesucht hätten.

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Davor wären die Frauen jahrelang in die Bäckerei Kamps gegangen, doch soll der Sohn des Besitzers unhöflich gewesen sein. Er „wollte einer Freundin von mir nicht helfen, Milch in ihren Kaffee zu schütten. Dabei ist sie seit einem Raubüberfall leicht behindert“, ärgert sich Beloch.

Beloch fordert öffentliche Entschuldigung

Die Frauen passen aufeinander auf. Deshalb geht die Gruppe nur in solchen Geschäfte, in denen sie auch gut behandelt werden. Und dabei erzählt Beloch über sich selbst: „Ich bin kein Racheengel.“ Vielmehr würden ihre Freundinnen immer sagen, dass sie zu gutmütig sei.

Deshalb will die Rentnerin die Malzers-Filiale noch nicht für immer als Treffpunkt für ihren Stammtisch aufgeben. „Eine öffentliche Entschuldigung der Bedienung müsste es aber wohl schon sein“, sagt sie.

Berater Hein wolle sich auch im Namen von Malzers bei den Kunden für die defekte Toilette entschuldigen. Sollte Beloch tatsächlich ein Hausverbot erteilt worden sein, wolle der Unternehmensberater dieses auch zurücknehmen. Weiterhin habe der Bezirksleiter bereits telefonisch mit der zuständigen Mitarbeiterin gesprochen. Das wolle er auch nochmal persönlich tun. Er sagt: „Als Unternehmen sind wir auf jeden Fall gewillt, eine persönliche Entschuldigung zu vermitteln.“

Belochs Schock scheint sie jedoch tief getroffen zu haben. Sie macht klar: „Selbst wenn sich die Bedienung bei mir entschuldigt und ich den anderen davon erzähle. Ich wüsste nicht, ob meine Freundinnen da wieder hingehen würden.“ (nk)

 
 

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