Dortmund

Dortmund: 250 Menschen stürmen auf Bus los – „Schlimmer kann es nicht mehr werden“

So lässt sich die aktuelle Sommer-Hitze besser aushalten.

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Dortmund. Gleich zehn Streifenwagen der Polizei Dortmund sind am Dienstagabend zum Deusener Freibad ausgerückt. Vor Ort: chaotische Zustände.

Rund 250 Besucher des Freibads in Dortmund waren hier auf einen Linienbus der Stadtwerke zugestürmt. Das zeigt ein Video einer Anwohnerin, das den „Ruhrnachrichten“ vorliegt. Kein Einzelfall, sagt Rainer Schramowski: „Es ist Wahnsinn, genau wie im vergangenen Jahr“, regt sich der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Deusen im Gespräch mit DER WESTEN auf. Damit meint der Dortmunder nicht ausschließlich die Situation an der Bushaltestelle.

Ansturm auf Deusener Freibad in Dortmund – Anwohner genervt

Bereits am Sonntag sei die Polizei angerückt. „Massenschlägerei im Freibad“, berichtet Schramowski. Die Polizei spricht auf Nachfrage von einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen.

Besonders regt sich der Sprecher der Ortschaft aber über die Verkehrssituation in der Sackgasse am Badweg auf. Die Bullenhitze locke jeden Tag hunderte Besucher ins Freibad. Die Parkplatzsituation vor Ort sei dafür aber nicht ausgelegt.

Außerdem fahre der Bus vom Freibad nur zwei Mal pro Stunde Richtung Hauptbahnhof. Das führt insbesondere zum Ende der Öffnungszeiten zu Chaos. Am Dienstag alarmierten die Stadtwerke die Polizei, weil der Busfahrer von den vorwiegend Jugendlichen Badbesuchern förmlich überrannt wurde.

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„Schlimmer kann es nicht mehr werden“

„Hier ist jeden Tag die Hölle los“, beschwert sich Rainer Schramowski, der für Mittwoch Vertreter aus der Politik zu einer Ortsbegehung eingeladen hat. Von der Bezirksvertretung ist er enttäuscht. Die hatte im letzten Jahr fünf neue Parkplätze am Freibad versprochen. Passiert sei nichts, klagt er auch in den „Ruhrnachrichten“ (Bezahlinhalt).

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Er selbst wohne 200 Meter entfernt, habe deshalb Glück. „Aber wegen des Ansturms kommen die direkten Anwohner nicht zu ihren Grundstücken“, sagt der Dortmunder. Die seien „dementsprechend auf 180“. Kurzfristig sieht er keine Aussicht auf Besserung. Das Wetter bleibt beständig heiß. Immerhin meint er: „Schlimmer kann es nicht mehr werden.“

Das sagen die Stadtwerke

Zumindest die Stadtwerke Dortmund (DSW) möchten verhindern, dass sich das Szenario von Dienstag wiederholt. So soll am Mittwoch zum Betriebsschluss des Freibads ein zusätzlicher Gelenkbus eingesetzt werden, verspricht Marc Wiegand. „Außerdem setzten wir ein bis zwei Servicemitarbeiter ein“, sagt der DSW-Sprecher.

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Ob diese Maßnahmen längerfristig umgesetzt werden, müsse nach der Erfahrung am Mittwochabend entschieden werden. Bei den Stadtwerken geht man davon aus, dass Dienstag ein Ausnahmeansturm geherrscht habe. Denn das Freibad Stockheide in der Nähe des Borsigplatzes sei wegen des Eichenprozessionsspinner an diesem Tag gesperrt gewesen.

Dagegen sprechen die Fotos zur Verkehrssituation vor Ort, die Rainer Schramowski am Mittwochnachmittag aufgenommen hat.

 
 

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