Dieser Mann kümmert sich jetzt ums Brückstraßen-Viertel

Mit Kultur- und Kreativwirtschaft kennt er sich aus. Fast neun Jahre hat sich Christian Weyers in der Wirtschaftsförderung um die kreative Branche gekümmert. Eine gute Voraussetzung, um nun als städtischer Kümmerer für das Brück-Viertel Zeichen zu setzen.

Dortmund. Seit August ist Christian Weyers Leiter der städtischen Stabsstelle für das Brückstraßen-Quartier. Und seitdem hat er sich - sofern er ist nicht schon hatte - in vielen Gesprächen ein Bild machen können, welche Aufgaben er dabei zu stemmen hat.

Die Richtung war eh schon vorgeprägt: "Wir haben die klare Vorstellung, dass wir das Viertel als Musik-Quartier herausstellen wollen", erklärt der 40-Jährige. Die Säulen bilden dabei Konzerthaus, Orchesterzentrum, Jazzclub Domicil und die an der Reinoldistraße beheimatete Chorakademie. Weyers hofft aber auch, Unternehmen aus der Musikszene im Viertel ansiedeln zu können. Leere Ladenlokale könnten vorübergehend als "Projekträume" für Musik und Kultur genutzt werden. Und mit den Designern der Fachhochschule wird darüber nachgedacht, wie man das Thema Musik auch im Straßenbild sichtbar machen kann.

Neue Gastro-Angebote?

Auf Bewegung hofft Weyers auch in der Gastronomie-Szene, wo es über Döner und Co. hinaus bald neue Angebote geben soll. "Es gibt eine große Bereitschaft, etwas zu tun", hat Weyers festgestellt. Das gilt auch für die Immobilien-Eigentümer, die Ende März zu einem Quartiersgespräch zusammenkommen sollen. Ein neuer Ansatz zur Belebung des Viertels ist dabei, WG-geeignete Wohnungen etwa für Studenten einzurichten.

Wie Christian Weyers sieht auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau darüber hinaus großes Potenzial bei der Entwicklung von Immobilien - allen vor beim früheren Karstadt-Einrichtungshaus, das an der Kampstraße den Eingang zum Viertel markiert und für das derzeit ein Käufer gesucht wird. Mit dem baulich maroden Löwenhof an der Hansastraße, den die Volkshochschule wegen statischer Probleme räumen muss, der aber laut Sierau auf jeden Fall erhalten bleiben soll, könnten neue Akzente gesetzt werden.

Unzureichende Beleuchtung

Und dann sind da noch Alltagsprobleme wie die unzureichende Beleuchtung in der Gasse Hohe Luft zwischen dem alten Kopfermann-Haus und dem verlassenen Karstadt-Gebäude. Hier soll bald Abhilfe geschaffen werden, kündigten Sierau und Weyers gestern an. Die Arbeit wird dem neuen Quartiers-Kümmerer so schnell nicht ausgehen.

Oliver Volmerich