Dieser Dortmunder will das Thier-Pils retten

Als Flaschenbier gibt es Thier-Pils schon eine Weile nicht mehr - doch verschwindet die Dortmunder Traditionsmarke bald komplett? Das befürchtet Michael Erbe. Der Dortmunder Thier-Fan will das nicht zulassen und startet eine Initiative.

Dortmund.. Was Erbe am Thier-Bier mag, ist neben dem Geschmack vielleicht das, was es ihm gibt: Es ist ein regionales Getränk, sagt er, das in seiner Art Identifikation mit der Umgebung stiftet. Erbe wusste das selber vor ein paar Monaten noch nicht. Aber als dann klar wurde, dass die Radeberger-Gruppe das Thier-Bier ab dem Sommer diesen Jahres nicht mehr in Flaschen abfüllt, wandte er sich damals an diese Redaktion.

Auf den daraufhin entstandenen Artikel erhielt Erbe zusammen mit seinem 20 Jahre alten Patenkind Julian Schönsee eine enorme Resonanz. Menschen meldeten sich, hatten Geschichten zum Thier-Bier zu erzählen. Auf einer Party wurde er angesprochen, eine Frau erzählte ihm, dass deren Vater bei Thier für die Fässer zuständig war und für ihn die Thier-Brauerei also Lebenszweck war.

So hätte es bleiben können, aber Erbe geht davon aus, dass nach dem "Aus" für die Flaschenabfüllung demnächst auch die Fass-Produktion von Thier-Bier eingestellt werden könnte. Zwar sei das noch ein Gerücht, aber die acht bis neun Kneipen, die noch Thier-Bier in Dortmund ausschenken würden, würden immer schwieriger an Werbemittel wie zum Beispiel Thier-Gläser kommen.

"Thierfreunde zur Rettung des Thierbieres"

Dass das Bier komplett verschwindet, will er nicht zulassen. Deshalb organisiert er zusammen mit seinem Patenkind jetzt ein Treffen aller "Thierfreunde zur Rettung des Thierbieres". Er ist gespannt auf das Interesse. Wenn an dem Abend lediglich zehn Personen kommen, dann wäre das auch ein Urteil, denn "dann müssten wir zur Kenntnis nehmen, dass ein Aus des Thier-Bieres die Menschen nicht berührt".

Das Treffen, zu dem Interessierten, Sympathisanten und Kenner der Bierszene eingeladen sind, findet am Freitag (2.10.) im Hövels (Hoher Wall 5) im Untergeschoss statt. Beginn ist um 18 Uhr. Auch ein Vertreter der Radeberger-Gruppe wurde eingeladen.

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