Die Kaktus-Farm schließt Ende Mai

Man kennt die Kaktus-Farm als Szenekneipe und als Konzertstätte für Ska- und Punk-Bands. Doch nach zehn Jahren gehen Ende Mai an der Wilhelmstraße 24 die Lichter aus. Dort sollen jetzt schicke Wohnungen entstehen.

Dortmund. Die Kaktus-Farm schließt, Stachelpflanzen im Schankraum suchen eine neue Heimat. Ein neuer Hausbesitzer (die Fabregat Immobilien und Management GmbH) wird das Gebäude umbauen, in den oberen Geschossen hat die Entkernung begonnen. Wo derbe gerockt wurde, wird bald schmuck gewohnt.

Ausstand mit Punk-Musik

"Ich kann dem Eigentümer nichts Schlechtes nachsagen", erzählt Kaktus-Farm-Betreiber Tobias Klotz (39). 2004 übernahm er das Lokal "Wilhelmshof", als das Haus dem Dortmunder Männergesangverein gehörte, der im Saal seine Proben abhielt. "Wir haben uns mit dem Neubesitzer gütlich auf ein Ende des Vertrags zum 31. Mai geeinigt, solange bleibt das Erdgeschoss vom Umbau verschont", so Klotz.

Es soll ein Ausstand mit großer Abschiedsparty am 31. Mai werden, verrät Tobias Klotz. Punk-Freunde sollten sich den 14. Mai vormerken, ergänzt Pedro Nogueira (41), in der Kaktus-Farm für die Konzerte verantwortlich: "Da spielt bei uns die Sex Pistols Experience aus England, verdammt nah am Original!" Wiedergänger von Johnny Rotten und Co. - ein würdiges Goodbye für die Kaktus-Farm.

Kai-Uwe Brinkmann