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Die Fahndung nach der „Heuschrecke“ Homm

16.02.2012 | 18:53 Uhr
Die Fahndung nach der „Heuschrecke“ Homm
Florian Homm wird weltweit von Kopfgeldjägern gesucht.

Dortmund.  Er galt als Zerstörer, Heuschrecke, Zerleger: Florian Homm. Bis 2007 besaß der Investor ein bedeutendes Aktienpaket bei Borussia Dortmund, war mit seinen Finanzspritzen an der Rettung beteiligt. Dennoch: Homm hinterlässt Feinde, überall. Und wird weltweit gesucht.

Für den BVB war er der Mann mit dem großen Aktienpaket, der mit der dicken Zigarre und der großen Klappe: Florian Homm. Seit Jahren abgetaucht. Aktuelle Meldungen berichten jetzt von umfangreichen Fahndungen durch Privatermittler nach dem ehemaligen Hedge-Fonds-Manager. Anlass genug für einen Blick zurück.

Angesichts aktueller schwarz-gelber Euphorie, guter Zahlen und des sportlichen Mega-Erfolgs erscheinen die Jahre 2004 und folgende derzeit im Rückblick nahezu unwirklich. Es ging um die schwarz-gelbe Zukunft bei tief roten Zahlen. Auf Homm, selbst ernannter „Krieger“ der Finanzbranche, kaprizierten sich die Hoffnungen der Borussen in ihrer größten Krise.

2004 eingestiegen

2004 stieg er ein. „Mister Borussia“ nannte ihn der Boulevard. Homm hielt 25,97 Prozent des damaligen Grundkapitals. Er selbst sprach immer von 20 bis 30 Millionen, die er in den BVB gesteckt habe. Letztlich hatte er den BVB offenbar mit einer normalen Aktiengesellschaft verwechselt.

Aufgrund der Konstruktion als Kommanditgesellschaft auf Aktien eigentlich ohne Einfluss, bestimmte der Mann, dem damals der Ruf eines Spekulanten vorauseilte, dennoch die Schlagzeilen. Großaktionär Homm wollte mitbestimmen. Von einem „Machtkampf“ wollten die BVB-Spitzen damals nichts wissen. Sie sprachen nach Krisengesprächen von einer „Koalition der Vernunft“.

Homm aber ließ das Tönen nicht: Einmal wollte er Spieler wie Dede, Koller und Kehl verkaufen. Das andere Mal brachte er Uwe Rapolder als BVB-Trainer ins Gespräch. Homm wurde BVB-Mitglied und liebte den großen Auftritt. 2005 posaunte er das Kursziel von vier bis fünf Euro für die BVB-Aktie heraus. Innerhalb von 12 bis 18 Monaten. Heute liegt die Aktie bei 2,59 Euro.

1,1 Millionen Kopfgeld

So laut der Einstieg, so stickum der Abgang. Homms ehemalige Firma ACMH trennte sich im Herbst 2007 von den BVB-Anteilen. In jenem Jahr, als die neue BVB-Geschäftsführung schon 61 Millionen Euro Verbindlichkeiten getilgt hatte und ein wirtschaftliches Rekordergebnis hinlegte. Homm, personifizierte „Heuschrecke“, selbst war da schon bei ACMH raus. Er soll Kunden um ihre Anlagen geprellt haben.

Zwei-Meter-Mann Homm gilt seit September 2007 als verschwunden. Laut Financial Times Deutschland (FTD) wurde er seitdem auf dem halben Erdball gesichtet. Vorrangig in Süd- und Mittelamerika. Die FTD veröffentlichte in diesem Tagen Aussagen eines privaten Ermittlers, der 1,1 Millionen Euro als Kopfgeld für Hinweise auf den Verbleib Homms ausgelobt haben will. Auftraggeber: geprellte Anleger. Schon 2011 hatte die US-Börsenaufsicht SEC Anklage gegen Homm erhoben. Auf mehreren Ebenen wird nach dem Spekulanten gefahndet.

Beim BVB haben sich Unternehmenskultur und Aktionärsstruktur seit diesen Zeiten rasant verändert. 81,21 Prozent der Aktien sind im Streubesitz, 7,24 Prozent hält der Verein ein und 11,55 Prozent der Unternehmer Bernd Geske.

Frank Bußmann

Kommentare
17.02.2012
18:27
Die Fahndung nach der „Heuschrecke“ Homm
von Siegrun2 | #2

Aber zumindest in der Geisterbahn auf der Cranger-Kirmes hat er seinen Job echt gut gemacht.

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2012-02-16 18:53
Florian Homm, Fußball, Kopfgeld, Ermittler
Dortmund