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Die ärmsten Kinder retten den Haushalt

28.06.2012 | 16:04 Uhr
Die ärmsten Kinder retten den Haushalt
Foto: dapd/Michael Kappeler

Dortmund. Dem Kämmerer ist ein großer Coup gelungen: Vermutlich zum ersten Mal hat es Jörg Stüdemann geschafft, den Bundesfinanzminister über den Tisch zu ziehen. Sonst läuft der Hase ständig in die andere Richtung.

Wie hat er das bloß angestellt? Eigentlich ganz einfach.

Der Bund war in Not, weil Karlsruhe ihm aufgab, genauer zu rechnen bei der Versorgung von Kindern aus Geringverdienerfamilien.

Bundesarbeits- und -sozialministerin Ursula von der Leyen hatte es ab April 2011 ganz eilig, ihr „Bildungs- und Teilhabepaket“ an die betroffenen Kinder zu bringen; sie tingelte durch sämtliche Talk-Shows.

Weil alles schnell und unbürokratisch laufen sollte, bekam jede Stadt für 2011 eine pauschale Summe pro bedürftigem Kind. So flossen etwa zehn Millionen Euro allein nach Dortmund. Für 2012 und 2013 will der Bund exakt abrechnen.

Was nicht nur Frau von der Leyen dann aber traurig stimmte: Das Geld ging - warum auch immer - nicht raus. Jedenfalls nur zu einem Bruchteil.

Von den zehn Bundesmillionen kamen in 2011 nur etwa 2,3 bei den rund 30 000 empfangsberechtigten Kindern an.

Die überschüssigen 7,7 Mio hatte das Sozialamt nach WAZ-Informationen zweckentsprechend in 2012 einsetzen wollen, dabei die Rechnung aber ohne den Kämmerer gemacht. Der roch den Braten und legte den Daumen drauf.

Das Geld konnte er dazu benutzen, seine im Mai ausgerufene Rettungsrunde für den Etat 2012 auf halber Wegstrecke abzubrechen und die Lücken zu füllen mit dem Geld, das eigentlich in Hausaufgabenhilfe, Mittagsverpflegung, Schulausflüge oder Vereinssport hätte fließen müssen.

Erst zeigte sich, wie berichtet, die CDU unglücklich mit der Aufhebung der Haushaltssperre, nun sind es auch - wenn auch aus anderen Gründen - die Grünen. „Die Verwaltung sollte ein Konzept vorlegen, wie zumindest der größte Teil der nicht verausgabten Gelder für die Ziele des Bildungs- und Teilhabegesetzes verausgabt werden können“, verlangt Ratskandidat Uli Langhorst.

 

Rolf Maug

Kommentare
29.06.2012
11:05
Und die dümmsten Artikel retten auch nicht die WAZ
von prof.fake | #3

Da hat sich der "Redakteur" Maug mal wieder von den grünen Oberlehrern instrumentalisieren lassen. Ich bin mal auf die Vorschläge von Herrn Langenhorst gespannt, bei welchen freiwilligen Leistungen im Sozialbereich er und seine Partei sparen wollen.

28.06.2012
20:28
Die ärmsten Kinder retten den Haushalt
von xxyz | #2

Der Sozialetat in Dortmund ist astronomisch. Man kann sich aufregen wie man will, im endefekt ist es Linke Tasche rechte Tasche.
Die Parteien können ja zeigen, wie sie Haushalten wollen. Bald sind ja wahlen

28.06.2012
18:46
Wie bitte??!!??
von vaikl2 | #1

Wenn ein Amt Bundesmittel *zweckentsprechend* einsetzen will, dann ist das für solch einen SPD-Bonzen ein "Braten", den man riechen und zweckentfremdend einkassieren muss??

Was ist das hier? Anleitung zur Veruntreuung im Amt? Der nächste Lug-und-Trug-Skandal, um den Haushalt über die Wahl zu retten??

Da Beutemuster ist jedenfalls geschichts-bekannt: Geld, das der SPD nicht gehört, für Sachen ausgeben, von denen man keine Ahnung hat.

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Die ärmsten Kinder retten den Haushalt
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2012-06-28 16:04
Dortmund