DGB plant Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag

Andreas Winkelsträter
Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck
Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck

Dortmund. Unter dem Motto „Freiheit und Frieden für alle - nie wieder Krieg“ stehen die Aktivitäten des DGB mit Kooperationspartnern am Internationalen Antikriegstag, 1. September. Wie Ralf Beltermann (DGB) erklärte, handelt es sich um „keine lautstarke Veranstaltung, sondern um eine Gedenkveranstaltung“.

Man sei meilenweit entfernt vom Frieden auf der Welt, so Jutta Reiter, Vorsitzende DGB Dortmund-Hellweg. Als Beispiel nannte sie den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, der schon zehn Jahre andauert. Sie erinnerte an die Auflehnung von Menschen und Völkern in der arabischen Welt gegen totalitäre Regime. Oder gegen soziale Ungleichheit wie in England. Auch in Deutschland gelte es diese sozialen Ungleichheiten zu bekämpfen, um mehr Stabilität zu erreichen. Es gebe immer noch Kräfte, die für Rassismus stehen, auch in Dortmund.

Lokale Akteure, so Martina Plum von der Auslandsgesellschaft Deutschland (AgD), sollen die Veranstaltung am 1. September, 17 Uhr, in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache bestreiten - u.a. der Kammerschauspieler Claus Dieter Clausnitzer, der Journalist Klaus Commer, Jugendliche der alevitischen Jugend sowie der Gesamtschule Gartenstadt. Ganz besonders freue sie sich darüber, dass es gelungen ist, eine Brücke von jungen Menschen zwischen Polen und Deutschland zu schlagen. So werden sich Kerstin Drossel (stv. Vorsitzendes des Jugendrings) und Agnieszka Grzelak (Praktikantin AgD aus Polen) der Diskussion stellen. Eingebunden ist die Veranstaltung in das Friedensfest am Katharinentor.

Für Jutta Reiter ist die Dortmunder rechte Szene durch zunehmende Gewalttätigkeiten geprägt. Sie verstecke ihren Terror hinter Meinungsfreiheit. „Dabei betreiben sie regelmäßig Grenzüberschreitungen, ohne dass darauf von Seiten der Behörden adäquat reagiert wird.“ Sie bekräftigte ihre Forderung nach einem Verbot der NPD. Denn durch die finanziellen Zuflüsse der Parteien werde die rechtsextreme Szene unterstützt.

Eine zunehmende Verärgerung, Wut und Zorn der Gegendemonstranten machte Ralf Beltermann aus, „da man heute im luftleeren Raum demonstrieren muss, ohne dass der Protest bei den Rechten ankommt.“ Er verwies auf eine andere Demokultur in den zurückliegenden Jahren, praktiziert durch den DGB, als man noch in Sichtweite der Neonazis protestieren konnte. Aufgrund eskalierender gewalttätiger Ausschreitungen sei das leider nicht mehr möglich. Wegen der strikten Trennung sei es im vergangenen Jahr selbst friedfertigen DGB-Protestlern nicht gelungen, zur zentralen Kundgebung am Nordmarkt vorzudringen. „Die bleiben heute dann wohl lieber zu Hause.“ Ob man nun an Blockaden gegen die Neonazis teilnehmen soll oder nicht, das bleibe jedem selbst überlassen, so Jutta Reiter, „Alle Aktionen sollten friedlich und gewaltfrei verlaufen.“