DEW will 30 neue Windkraftanlagen in NRW bauen

Foto: Jochen Linz

Dortmund. Mit richtungsweisenden Entscheidungen will der neue Chef von DEW21 den kommunalen Versorger Dortmunds auf Kurs bringen. In einem 80-Millionen-Euro-Programm möchte Dr. Frank Brinkmann 30 große Windkraftanlagen in NRW bauen lassen, um die eigene regenerative Energieerzeugung voranzubringen.

Außerdem will DEW auch jenseits der Stadtgrenzen Strom verkaufen. Die Energiepreise sollen zumindest bis Sommer stabil bleiben, kündigt Brinkmann an.

"Weniger fossil, mehr erneuerbar"

Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung will die eigene Energieerzeugung voranbringen. „Wir kommen von Null und wollen ein Drittel selbst erzeugen”, gibt Brinkmann die neue Devise aus. „Weniger fossil, mehr erneuerbar”, so die Richtung. Dabei müsse sich die alternative Energieerzeugung aber rechnen. In diesem Zusammenhang erteilt Brinkmann einer großflächigen Abdeckung mit Photovoltaik eine Absage. In diesen Breiten werde sich diese Technologie aufgrund mangelnder Sonneneinstrahlung auf Dauer nicht rentieren.

Der beste Weg sei ein Energiemix. An der Kohleverstromung führe - noch - kein Weg vorbei. Brinkmann hofft, dass RWE, Partner beim Gemeinschaftskraftwerk Gekko in Hamm, die Probleme mit Bauverzögerung und Kostensteigerung in den Griff bekommt. Neue Devise sei: „Die Hälfte der Kohleleistung machen wir erneuerbar.” Und weiter: „Wir stellen uns der Verantwortung der Umwelt.”

"NRW gibt noch 'was her"

Mit 40 bis 50 Megawatt in Windkraftanlagen, die er kurzfristig in NRW aufstellen will, sollen 40 000 Dortmunder Haushalte umweltfreundliche versorgt werden. In Dortmund sei bei vier eigenen Windrädern kein weiterer Platz mehr. „Aber NRW gibt noch 'was her”, ist Brinkmann von der „Onshore”-Windkraft überzeugt. Bei Holzvergasungsanlagen - eine Pilotanlage in Körne bereitet arge Startschwierigkeiten - werde DEW nie in den Megawattbereich kommen.

Im Übrigen seien die Zeiten langfristiger Verträge mit großen Energiekonzernen vorbei. Folge: Preise könnten stärker schwanken. Vorteile bei der Beschaffung könnten so aber auch schneller an die Kunden weitergegeben werden. Um günstige Konditionen zu bekommen, will Brinkmann mit anderen kommunalen Anbietern zusammenarbeiten - und denkt dabei nicht nur an die Nachbarkommunen, sondern bundesweit. Nur so komme man auf namhafte Mengen „und am Pförtner von Gazprom vorbei”.

Neue Kunden in anderen Städten gewinnen

DEW werde nicht länger tatenlos zusehen, wie andere Anbieter in Dortmund zum Teil aggressiv Kunden abwerben. Brinkmann will nun prüfen, wo das Unternehmen seinerseits neue Kunden in anderen Städten gewinnen kann. Allerdings nur im seriösen Wettbewerb. Drückerkolonnen würden sich nicht von Tür zu Tür geschickt. „Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns auch dieser Frage zuwenden,” erklärt Brinkmann. Gleichzeitig hofft er, dass die gesetzlichen „Bremsklötze” für kommunale Anbieter, wie von Düsseldorf avisiert, gelockert werden.

 
 

EURE FAVORITEN