DEW kauft Windpark in Alsleben

Gerald NILL
Foto: WR

Dortmund. Einen Riesenschritt beim Ausbau des Anteils regenerativer Energie macht DEW21 mit dem Erwerb eines Windparks mit 55,5 Megawatt Leistung in Sachsen-Anhalt. Damit können 60 000 Haushalte versorgt werden.

Dortmund katapultiert sich mit dem Erwerb unter die Top 3 der kommunalen Versorgungsunternehmen bei der Erzeugung von Öko-Strom - hinter München und Rheinenergie.

„Die Transaktion ist innerhalb sehr kurzer Zeit gelaufen”, berichtete gestern erfreut und stolz der neue Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Frank Brinkmann. Er sei Mitte März vom französischen Aktienunternehmen Theolia angesprochen worden, das sich auf den Bau und Verkauf von Windparks spezialisiert hat. Bereits in der zweiten Märzhälfte sei verhandelt worden.

»Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden«

„Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden”, erklärte Brinkmann gestern auf Nachfrage von Journalisten. Nach WR-Informationen hat DEW aber sehr gut verhandelt und einen Liquiditäts-Engpass von Theolia ausnutzen können.

Das Paket von 37 Windrädern in Sachsen-Anhalt war laut Börsennotiz im abgelaufenen Jahr für 73 Millionen auf dem Markt angeboten worden. DEW soll deutlich weniger bezahlt haben und dementsprechend früh in die Renditephase vordringen.

Die Windräder schaffen bei einer nach dem Erneuerbaren Energiegesetz geförderten Einspeisevergütung von 8,5 bis 9,2 Cent je Kilowattstunde einen erwarteten Jahresumsatz von über zehn Millionen Euro. Die 37 Windräder sind vor drei Jahren errichtet worden. Die Pacht der Flächen bei Alsleben in Sachsen-Anhalt und die technische Lebensdauer seien auf 25 Jahre ausgelegt. Verlängerungen der Laufzeit seien möglich.

"außergewöhnlich attraktive Rendite"

Brinkmann verspricht sich eine „außergewöhnlich attraktiven Rendite”. Auch mit erneuerbarer Energie könnten „gute Gewinne” erzielt werden. „Wir werden schon im ersten Jahr Returns haben”, sagte Brinkmann. Davon werde auch der DEW-Kunde profitieren.

Sowohl der Aufsichtsrat als auch das Kartellamt stimmten dem Kauf zu.

Ökologie und Ökonomie im Einklang

Erklärtes Ziel sei es, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. Auch wenn jetzt 20 Prozent des erzeugten DEW-Stroms für Privathaushalte „grün” seien, sieht der kommunale Versorger noch Luft nach oben. „Wir haben einen großen Teil geschafft, aber wir sind noch nicht am Ziel.

„Ich sage ganz offen, wenn ich noch so eine Transaktion machen könnte, würde ich nachlegen,” deute Brinkmann an. Zumindest einen kleinen Nachschlag könnte es schon kurzfristig geben. „Wir haben mit Theolia eine Kaufoption für einen Windpark in Waltrop vereinbart,” teilte DEW mit. Dort stehen vier nagelneue Windräder.

Brinkmann sprach wiederholt von der „ökologischen Verantwortung” seines Unternehmens. Er möchte gerne weitere regenerative Kraftwerke in der Region bauen. Durch den großen Deal könne er jetzt aber mit etwas weniger Druck an die Sache gehen. Als Beispiele nannte der DEW-Chef die Nutzung des Deponiegases sowie den Ausbau der Wasserkraft an der Ruhr.