Deutsches Fußballmuseum in Dortmund feiert Richtfest

Die Stadt Dortmund und die Ruhrgebiets-Touristik freuen sich über das Deutsche Fußballmuseum.
Die Stadt Dortmund und die Ruhrgebiets-Touristik freuen sich über das Deutsche Fußballmuseum.
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Selten sah man so viel verdiente Fußballprominenz beisammen stehen wie beim Richtfest des Deutschen Fußballmuseums. Es soll in etwa einem Jahr öffnen und wird wahrscheinlich der Ballfahrtsort des deutschen Fußballs. Denn mit Sammlungen verehrungswürdiger Schuhe und historisch bedeutsamer Elfmeterpunkte hält es sich nicht lange auf.

Dortmund. Noch ist es nur Beton und Bauzaun, Gerüst, Gestänge und Gedöns. Eine einzige Baustelle, das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund: Und für einen Moment drängt sich der Gedanke auf, ja, genau so muss es bleiben, schließlich ist jede Mannschaft im Profi-Fußball eine Dauerbaustelle. Aber das geht nun nicht, geplant ist ja etwas ganz anderes, etwas populäreres. Ein Ballfahrtsort.

Am Freitagvormittag haben sie auf dieser Baustelle direkt gegenüber dem Hauptbahnhof Richtfest gefeiert, der Kranz baumelt gegen 12.45 Uhr; darunter sieht man so viel verdiente Fußballprominenz beisammen stehen wie selten.

Joachim Löw und Oliver Bierhoff plaudern über Brasilien, ohne etwas zu sagen; Toni Schumacher, Hannes Löhr und Bernd Cullmann unterhalten sich mit Sicherheit über den 1. FC Köln. Klaus Fischer und Siggi Held stehen da, Hans Tilkowski bei Andreas Köpke, und Otto Rehhagel muss erst mal was klarstellen: „Ich gehör’ aber noch nicht ins Museum.“ Und so geht es weiter: Flick, Novotny, Thon, Wegmann, Eschweiler, undsofort, etcetera. Fehlten eigentlich nur Franz Beckenbauer, man rechnet mit ihm zur Eröffnung, und Uli Hoeneß, mit ihm nicht.

Gänsehaut ist hier Programm

„Die Ungeduld wächst, ich möchte am liebsten schon nächsten Monat hier hin“, sagt Wolfgang Niersbach, der DFB-Präsident. Bis zur Eröffnung aber wird es Frühling 2015, und so zeigen sie einen Imagefilm, was die Leute dann erwartet.

Kurze Schnitte, drängende Musik, begeisterter Ton, ob das alles so kommt, muss man dann mal sehen – aber jedenfalls wird das nationale Fußballmuseum mehr als eine Sammlung verdienter Trikots, verehrungswürdiger Schuhe und historisch bedeutsamer Elfmeterpunkte.

Dieses Museum hat viel Virtuelles und Interaktives, es zielt, wie der Fußball, auf Gefühle. Gänsehaut ist hier Programm: Wenn die Besucher durch eine Art Spielertunnel in die eigentliche Ausstellung kommen, dann landen sie mitten im Wunder von Bern.

Und bald im „Tatort Wembley“, wo der Ball sagt: „Ich war nicht drin.“ Dazu die Weltmeister-Titel 1974 und 1990 sowie alles, was dazwischen geschah. Eine Ruhmeshalle. Demgegenüber treten Schwarzbrotthemen wie „Die Geschichte des DFB“ doch etwas in den verdienten Hintergrund.

DFB erwartet zwischen 250.000 und 300.000 Besucher im Jahr

Das andere Stockwerk wendet sich mit den gleichen medialen Aufputschmitteln der Bundesliga zu, aber an dieser Stelle darf natürlich auch eine Ewige Tabelle nicht fehlen. Und da es überhaupt ein Museum sein soll „nicht nur für die Spitze“ (Niersbach), laufen auf LED-Bändern ständig die Namen der 26.000 deutschen Fußballvereine durch.

Die Stadt Dortmund und die Ruhrgebiets-Touristik schätzen sich glücklich mit dem Deutschen Fußballmuseum. Es soll 250.000 bis 300.000 Menschen anziehen im Jahr und müsste extrem viel falsch machen, um dieses Ziel zu verfehlen. Aber vielleicht sollte man sich an dieser Stelle besser an Paul Gascoigne halten. Der britische Kicker hat zum wunderbaren Subthema ,Fußballersprüche’ nämlich folgenden beigetragen: „Ich mache nie Voraussagen und werde das auch niemals tun.“

 
 

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