Der U-Turm protestiert am Samstag gegen Nazis

Foto: ddp

Dortmund.. Viele Bündnisse wehren sich gegen die Nazi-Bewegung in Dortmund. Eine besondere Idee hatte Olaf Schlösser: Als Privatperson schlug er Filmemacher Adolf Winkelmann vor, am 4. September zum Antikriegstag auf der Videowand oben am U-Turm bildlich gegen Rechtsradikalismus zu protestieren.

Die Videoprojektion oben am U-Turm als Protestfläche. Am Samstag läuft an Dortmunds Wahrzeichen den ganzen Tag über ein Laufband mit dem Spruch: „Ich, der Turm, fand schon damals Nazis voll uncool.“ Unterbrochen wird der Satz zur vollen Stunde nur von den Friedenstauben, die Filmemacher Adolf Winkelmann seit der Eröffnung im Rahmen seiner Videokonzeption dort fliegen lässt.

Der Dortmunder Bürger Olaf Schlösser hatte vor einigen Wochen eine Idee. Der neue U-Turm könnte doch, weil weithin sichtbar, für das tolerante Dortmund werben und sich gegen Rechtsradikalismus positionieren. Also schrieb Schlösser, zugleich Vorstandsmitglied beim Schwul-Lesbischen Arbeitskreis Dortmund (SLADO), die Koordinierungsstelle für die Umbaumaßnahmen an der Rheinischen Straße sowie Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau an. Dieser zeigte sich sehr angetan von dieser Aktion. Nach mehreren Telefonaten mit Adolf Winkelmann und anderen Projektmitarbeitern kam schließlich eine endgültige Zusage.

Zeichen setzen an Dortmunds Wahrzeichen

Der Ursprung dieser Idee, an diesem Identifikationssymbol Dortmunds ein Zeichen zu setzen, kam Schlösser, als er von der Kampagne des Planerladens in der Nordstadt erfuhr. Deren Aussage „Wir sind Dortmund. Nazis sind es nicht“ sei so gut und wichtig, dass eine solche Aussage weit sichtbar an diesem Tag platziert werden sollte.

Filmemacher Adolf Winkelmann findet die Nutzung des U-Turms schlüssig: „Der Turm steht schon seit 1927 da und hat das alles selbst erlebt mit den Nazis.“ Entsprechend sei er „die richtige Instanz“ um sich zum Thema zu äußern - und ein klares Signal in die Stadt zu senden. „Wir Dortmunder wollen die Nazis nicht haben“, sagt Winkelmann.

Geplant ist, über die von Winkelmann oben am U-Turm angebrachten Projektionsflächen ganztägig während der Demonstration eine Botschaft gegen Rechtsextremismus laufen zu lassen. Hierfür wurde die Laufschrift „Ich, der Turm, fand schon damals Nazis voll uncool“ kreiert, die lediglich durch die stündlich wiederkehrenden Tauben unterbrochen wird. Die auf den Projektionsflächen abgebildeten Tauben seien an Wochenenden weiß und damit ein passendes zusätzliches Friedensymbol. Die Laufschrift wird weithin sichtbar in Dortmund zu sehen sein und werde zeigen, dass die Stadt keine Nazihochburg sein will. Die Projektion soll schon am Freitag bei Sonnenuntergang und dann am Samstag von 6 Uhr morgens bis Mitternacht zu sehen sein.

SLADO unterstützt Vorhaben

Der schwul-lebsische Dachverband SLADO, dem Schlösser seine Idee vortrug und wo das Projekt großen Anklang fand, unterstützt die Aktion am U-Turm, damit sich Geschichte nicht wiederhole. „Wir wollen damit einen Beitrag zu den Gegenaktionen der Nazi-Demo leisten.“

Der U-Turm sei als Dortmunder Symbol und aufgrund seiner geographischen Lage an der Rheinischen Straße (im Blickfeld zur Nazi-Demo in der Nordstadt sowie in Richtung Dorstfeld zum Friedensfest) wie geschaffen für einen weit sichtbaren Protest. Schlösser freut sich, dass „man mit bürgerschaftlichem Engagement auch einiges erreichen kann.“

 

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