Der Straßenstrich in Dortmund ist geschlossen - wo laufen sie denn jetzt?

Rolf Maug
Um 7 Uhr rückten die städtischen Tiefbauer an der Ravensberger Straße an und begannen mit dem Abriss der Verrichtungsboxen. Signal: Zumindest hier kommt der Strich nie wieder hin.              Foto: Helmuth Voßgraff
Um 7 Uhr rückten die städtischen Tiefbauer an der Ravensberger Straße an und begannen mit dem Abriss der Verrichtungsboxen. Signal: Zumindest hier kommt der Strich nie wieder hin. Foto: Helmuth Voßgraff
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Dortmund. Wohin wandern die Frauen ab, die bis Sonntagnacht auf dem Strich in der Mindener-, Julius- und Ravensberger Straße dem horizontalen Gewerbe nachgegangen sind? Diese Frage konnten am Montag, am Tag der Schließung des Straßenstrichs und der Ausweitung des Sperrbezirks auf das ganze Stadtgebiet, weder Polizei noch Stadtverwaltung beantworten.

Eine erste Großkontrolle nach dem Tag X stand zwar nicht auf dem Programm. Aber die Aufklärer von Polizei und Ordnungsamt, sie schwärmten zum Teil auch in Zivilkleidung aus, hielten die Augen auf. Die Präsenz der Ordnungskräfte wird sich jetzt, so ist es angekündigt, „massiv erhöhen“.

„Seit 14 Tagen haben Kräfte von uns und der Stadt in der Nordstadt Handzettel mit Informationen zur neuen Rechtslage verteilt. Vielleicht hat das ja gefruchtet“, begründet Polizeisprecher Kim Ben Freigang, warum - nach dem Abriss der Verrichtungsboxen in den frühen Morgenstunden - im Laufe des Montag nur so wenige Straßenprostituierte und Freier gesichtet wurden.

„Wo auch immer die Damen nun auftauchen werden - da tauchen wir auch auf“, kündigt Freigang an. „Wir können nicht überall gleichzeitig sein. Aber wir haben ein Pfund, mit dem wir wuchern können - das sind die Bewohner der Nordstadt. Die halten sicherlich die Augen offen und sagen uns sofort Bescheid.“

Zielführende Hinweise nimmt ab sofort auch die Leitstelle der „Task Force“ entgegen, die das Ordnungsamt der Stadt gebildet hat.

„Seit der Nacht zum Montag sind wir unter der Rufnummer 50 - 2 88 88 an sieben Tagen die Woche - also auch an den Wochenenden - spätestens ab neun Uhr und mindestens bis Mitternacht zu erreichen“, sagt Jürgen Walther, Abteilungsleiter und neben Heike Tasillo Anführer der neuen 45-köpfigen Eingreiftruppe. „Wir konzentrieren uns, auch was mögliche Rückzugsräume wie Gaststätten, Teestuben, Spielhallen und Wettbüros angeht, zunächst auf die Nordstadt. Für den Fall, dass die Damen in entfernteren Stadtbezirken auftauchen sollten, bitten wir darum, uns anzurufen. Wir reagieren sofort.“