Der Handel klagt nicht, er hofft

So richtig rund soll es - auch mit Hilfe des neuen Kreisverkehrs - in den die Straßen Silberstraße, Hövelstraße, Eisenmarkt und Propsteihof gehen, wenn Mitte September die ECE Thier-Galerie öffnet. Foto: Helmuth Voßgraff
So richtig rund soll es - auch mit Hilfe des neuen Kreisverkehrs - in den die Straßen Silberstraße, Hövelstraße, Eisenmarkt und Propsteihof gehen, wenn Mitte September die ECE Thier-Galerie öffnet. Foto: Helmuth Voßgraff
Foto: WAZ FotoPool
Die Stimmung bei der Verbandsspitze ist demonstrativ entspannt. Dabei verraten die nackten Zahlen, dass die Entwicklung im deutschen Einzelhandel und auch vieler Betriebe des Einzelhandelsverbands (EHV) Westfalen-Münsterland 2010 nicht so gut verlief wie erhofft.

Dortmund.. Die Stimmung bei der Verbandsspitze ist demonstrativ entspannt. Dabei verraten die nackten Zahlen, dass die Entwicklung im deutschen Einzelhandel und auch vieler Betriebe des Einzelhandelsverbands (EHV) Westfalen-Münsterland 2010 nicht so gut verlief wie erhofft. Wenn die Prognose des Bundesverbands (HDE) einträfe, hätte man 2011 erst das reale Umsatzniveau von 2008 erreicht. Und Probleme könnte schon schnell das Wachstum beim großflächigen Einzelhandel im Umfeld bringen.

Thomas Schäfer, EHV-Hauptgeschäftsführer beobachtet „mit Sorge“, dass der Konsens und das Konzept bei der Entwicklung der Einzelhandelsflächen in der Region von Kommunalpolitikern ausgehebelt werden könnte. Wenn in Hamm Möbel Finke (60000 qm) öffne, sei mit einer „nachhaltigen Beeinträchtigung“ des Innenstadthandels und von Vorortbetrieben dort zu rechnen. Andernorts drohe ähnliches.

ECE-Center "Thier-Galerie" wird positiv gesehen

Nach wie vor positiv wird der Öffnung der ECE-Thier-Galerie Mitte September entgegen gesehen. Schäfer: „Das kann nur positiv für die Innenstadt sein. Das wird im ersten Öffnungshalbjahr der Renner werden.“ Man müsse „nicht ganz pessimistisch sein“, die Thier-Galerie werde anderen Händlern Umsatz abgraben, auch wenn es an den Rändern der Goldmeile Westenhellweg durchschlagen könnte. Aber die Händler beispielsweise am Ostenhellweg dächten bereits über einen verstärkten und gemeinsamen Auftritt nach.

Positiv wertet EHV-Vorsitzender Michael Radau, dass es „eine Renaissance von Qualität“ im Handel gebe. Die Discounter-Umsätze wuchsen 2010 nicht mehr weiter in den Himmel. Die Erkenntnis, dass qualitativ gute Waren ihren Preis wert seien, setze sich bei immer mehr Verbrauchern durch, nicht nur bei Bio-Lebensmitteln.

Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn "überzogen"

„Für deutlich überzogen“ hält Schäfer die aktuellen Gewerkschaftsforderungen nach 6,5 Prozent mehr Lohn bzw. mindestens 130 Euro im Monat. Man sei sich aber mit den Gewerkschaften einig, dass die Branche ein „Basisentgelt“ verabreden will, das am Ende für allgemeinverbindlich in Deutschland erklärt werden soll und die Wirkung eines Mindestlohns habe. Der Unterschied: Den Mindestlohn setzt der Bund fest; das Basisentgelt handeln die Tarifpartner autonom aus.

„Das Image der Branche ist nicht so, wie sie es verdient hat“, geht Schäfer auf die Einkommen im Einzelhandel ein. Hungerlöhne würden in der Öffentlichkeit angeprangert, seien aber ein Problem nur in einigen Betrieben. Der Einzelhandel sei der drittgrößte Arbeitgeber in Deutschland. In Dortmund wuchs 2010 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Einzelhandel um 1595 Personen. Auch im Jahr 2011 werde sich diese Zahl nach aktuellem Stand erhöhen.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen