Der Gold-Ankauf in der Region boomt – und birgt Gefahren

Goldschmied Carsten Bärenfänger aus Dortmund untersucht Altgold in seiner Werkstatt.
Goldschmied Carsten Bärenfänger aus Dortmund untersucht Altgold in seiner Werkstatt.
Foto: Knut Vahlensieck
„Sofort Bargeld! 100 Prozent seriös!“ Läden, die Goldschmuck, Zahngold, Münzen und Besteck ankaufen, schießen in Dortmund wie Pilze aus dem Boden. Innerhalb des Walls sind es schon neun. Woher kommt der Boom – und wo lauern die Gefahren?

Dortmund.. „Sofort Bargeld“, „Spitzenkonditionen“, „100 Prozent diskret und seriös“: So werben Goldankauf-Geschäfte um Kunden. Läden, die Goldschmuck, Zahngold, Goldmünzen und Besteck aufkaufen, schießen in Dortmund wie Pilze aus dem Boden. Allein in der City – innerhalb des Walls – sind es jetzt schon neun.

Der Grund: Der Goldpreis ist so hoch wie lange nicht mehr. In Zeiten einer weltweiten Finanzkrise ist Gold (wie auch „Betongold“) als sichere Anlage begehrt. Dementsprechend hoch ist die Nachfrage. Die lässt den Handel mit Recycling-Gold blühen. Aufgekauftes Altgold wird eingeschmolzen, gereinigt und wieder verwertet.

„Viele Händler wittern ein lukratives Geschäft“, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW in Dortmund, „und machen einen Goldankauf auf.“ Das gehe mittlerweile sogar so weit, dass vor Supermärkten Ankauf-Stände aufgebaut werden.

Kunden kennen den Wert ihrer Schmuckstücke nicht

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: „Die meisten Kunden kennen den genauen Goldgehalt ihres Schmuckstücks nicht“, sagt Tryba. Das macht das Geschäft so problematisch: Als Laie kann man kaum überprüfen, ob die ausgezahlte Summe angemessen ist. Verbraucherschützer Tryba rät daher: „Wenn Sie den Händler nicht kennen, sollten sie das Angebot nicht sofort annehmen.“ Stattdessen solle man mehrere Läden aufsuchen, sich ein Angebot für ein konkretes Stück erstellen lassen und anschließend vergleichen.

Noch mehr Vorsicht sollte man bei solchen Händlern walten lassen, die keinen Laden haben und sich den Goldschmuck per Post schicken lassen. „Optimal ist, zum alteingesessenen Juwelier seines Vertrauens zu gehen“, empfiehlt Tryba.

Carsten Bärenfänger führt mit seiner Mutter in der Dortmunder Innenstadt ein Juwelier-Geschäft, das schon seit 1954 besteht. Stammkunden kaufen bei ihm nicht nur Schmuck – sie tauschen auch welchen ein. „Seit drei, vier Jahren hat das stark zugenommen“, sagt er.

Omas Goldschmuck verkaufen – oder veredeln

„Durch den Gold-Boom sind die Leute überhaupt erst auf die Idee gekommen, ihren Erbschmuck zu verkaufen.“ Viele Kunden kommen mit einer Schatulle zu ihm, um Omas alte Armbänder, Uhren, Ringe und Halsketten zu verkaufen.

„Einige lassen sich den Gegenwert auszahlen, anderen arbeiten wir zum Beispiel ein altes Armband in ein neues, modernes Stück um“, erzählt Bärenfänger. „Das finde ich besonders schön – denn so kann man den individuellen Wert eines geerbten Schmuckstücks erhalten.“

 
 

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