Denkwürdiges zum Denkmaltag

Gelungene Architektur im Kreuzviertel zum Tag des offenen Denkmals. Foto: Ralf Rottmann
Gelungene Architektur im Kreuzviertel zum Tag des offenen Denkmals. Foto: Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. Mit einem Schirm steht Christian Berrenbrügge vor der Kreuzkirche im Kreuzviertel. Der Regen fällt in dicken Tropfen vom Himmel herab und Dortmund zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite. Trotz dieser schlechten Voraussetzungen verfolgen an die 50 Zuhörer aufmerksam jedes Wort von Berrenbrügge. Er ist einer von vielen Helfern, die den 18. Tag des offenen Denkmals möglich machen.

Für den studierten Historiker stehen an diesem Tag zwei Führungen durch das Kreuzviertel auf dem Programm. Das Motto der 18. Auflage ist in diesem Jahr „Zwischen Romantik und Revolution – Dortmund im 19. Jahrhundert“, auch die Führung durch den Dortmunder Westen unterliegt diesem Motto. Von der Kreuzkirche, über den Vinckeplatz, bis hin zur königlichen Maschinenbausiedlung erstreckt sich der knapp 70-minütige historische Rundgang. Städtebauliche Akzente werden bei dem freien Vortrag ebenso zur Sprache gebracht, wie Anekdoten und das Spezielle des Viertels. „Das Kreuzviertel findet mit diesem Namen keine offizielle Erwähnung. Der Name basiert allein auf seiner Verwendung im Volksmund. München und Münster haben zwar ebenfalls ein Kreuzviertel, das Dortmunder Viertel ist aber das weitaus bekannteste. Es ist fast eine Marke. Die Anfänge dafür liegen in der Zeit des 18. und 19.Jahrhunderts“. Berrenbrügges nicht alltägliche Wissensvermittlung steht stellvertretend für das enorme ehrenamtliche Engagement, dass gleichbedeutend mit dem Tag des offenen Denkmals ist.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau hebt dies in seiner Eröffnungsrede hervor: „Das Ehrenamt macht diesen Tag und den damit auch einhergehenden Denkmalschutz besonders in Dortmund. Nicht nur heute, sondern das ganze Jahr ist dafür viel Einsatz notwendig“. Sierau weiter: „Der Tag des offenen Denkmals ist immer ein guter Tag für unsere Stadt, da er eine andere Sichtweise auf Dortmund schafft. Er bietet eine tolle Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte“. Die Eröffnung fand in den Räumen des Landesoberbergamts statt. Erstmalig ist das Amt auch Teil dieses besonderen Tages zur Erinnerung an die eigene Geschichte. Weitere Stationen sind unter anderem auch das alte Stadthaus, Zeche Zollern, die Kokerei Hansa, ein Innenstadtrundgang, der Ostfriedhof, der botanische Garten Rombergpark oder das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte. Also auch mitunter Orte, an denen der Regen nicht die Sicht auf das Dortmund zwischen Romantik und Revolution im 19. Jahrhundert nimmt.

Die Besucher der verregneten Führung durch das Kreuzviertel stört das wenig. Sie halten durch, ebenso wie Christian Berrenbrügge.

 
 

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