Demo, Menschenkette und Mahnwache in Dortmund gegen Atomkraft

Frank Bußmann, Peter Ring
Anti-Atom-Demo: 1500 Menschen haben in Dortmund eine Menschenkette gegen Atomkraft gebildet. Foto: WR/Knut Vahlensieck
Anti-Atom-Demo: 1500 Menschen haben in Dortmund eine Menschenkette gegen Atomkraft gebildet. Foto: WR/Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. Mehr als 1500 Menschen haben am Freitagabend in der Innenstadt von Dortmund demonstriert – gegen Atomkraft und für Solidarität mit Japan. Beteiligt waren unter anderem SPD, Grüne, Greenpeace, die Kirchen und Gewerkschaften.

Es gibt Momente des Innehaltens, des Kerzenlichts und des Schweigens. Und es gibt Momente des Protests, der Appelle, der klaren Standpunkte. Der Freitagabend (18. März 2011) verband sie alle: In einer Mahnwache, einer Andacht und einer demonstrativen Anti-AKW-Menschenkette mit über 1500 Teilnehmern.

„Abschalten! Abschalten!“, skandieren Kinder in der Innenstadt. Greenpeace und die Grüne Jugend recken „Atomkraft – nein Danke!“-Banner in den Nieselregen. Die AWo ist da, SPD und Grüne, Kirchenvertreter, Gewerkschafter und viele Hunderte, die dem Aufruf gefolgt sind. „Die Natur braucht uns nicht, aber wir die Natur. Wir fordern den Ausstieg aus der unkontrollierbaren Technologie“, hieß es seitens der Evangelischen Kirche. Grünen-Fraktionschef Mario Krüger nickt. Neben ihm steht Markus Kurth, Grüner im Bundestag, der wenig später erzählen wird, wie die Katastrophe in Tschernobyl ihm den Weg gewiesen hat: „Wir müssen umdenken in Deutschland und der ganzen Welt“, wenn es um diese „tödliche, nicht beherrschbare Energie“ gehe. Applaus. Es könne doch nicht wahr sein, „dass die Menschen erst durch Katastophen lernen“, sagt Kurth. „Atomkraft – nein Danke!“

Die SPD-Bundestagsabgeordneten Marco Bülow und Ulla Burchardt reden nicht lange drum herum und zitieren Murphys Gesetz: „Was schiefgehen kann, geht schief – wir fordern, wie schon vor Jahren, den Einstieg in den Ausstieg.“ Florian (4) und Lea (2) schwenken Japan-Flaggen. Sie hören nicht zu. Ihr Vater, Torsten Sommer, umso mehr. Warum er sich der Kette von der Reinoldikirche bis zum Friedensplatz anschließt? „Ich möchte nicht, dass es in 20 Jahren dieselben Bilder von meinen Kindern gibt – wie heute in Japan.“ Gedenken im Familienkreis.

Überdeutlich die Forderung nach einer Energiewende. Zur Tagesordnung dürfe man keinesfalls übergehen, so die Redner. Doch das Misstrauen sitzt tief – das Misstrauen gegenüber der Regierung von Angela Merkel. Der Protest wird weitergehen. Die Kette wurde geschlossen und Ulrich Langhorst von den Grünen sagte: „Bis zum nächsten Mal.“