Das verdienen Dortmunds Unternehmens-Spitzen

Gregor Beushausen
Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck

Dortmund. Wer verdient wieviel? Die SPD-Fraktion möchte die Vergütungen für die Spitzen der städtischen Unternehmen nicht allein in den jährlichen Geschäftsberichten aufgeschlüsselt wissen.

Fraktionschef Ernst Prüsse & Co. möchten die kommunalen Betriebe und die, an denen die Stadt ab einer bestimmten Höhe beteiligt ist, dazu bringen, ihre Bezüge auch im städtischen Beteiligungsbericht offenzulegen. Und zwar für jeden Vorstand (bei einer AG) und für jeden Geschäftsführer bei einer GmbH einzeln.

Verglichen mit einem Manager ist Sieraus Verdienst mager

Motto: Was den Stadtspitzen recht ist, muss den städtischen Unternehmenslenkern billig sein. Wer wissen möchte, was der Oberbürgermeister einer 580 000 Einwohner starken Großstadt verdient, muss lediglich einen Blick in die öffentliche Besoldungstabelle werfen. Manch einer dürfte sich dabei die Augen reiben: OB Ullrich Sierau beispielsweise, Herr über rund 10 000 Verwaltungsmitarbeiter, nagt mit Bruttobezügen in Höhe von 10 602, 05 Euro/Monat (zuzüglich rund 300 Euro Familienzuschläge) sicher nicht am Hungertuch. Verglichen mit dem Salär eines Managers bei Kentucky Fried Chicken fällt der Betrag aber eher bescheiden aus.

Zwar sammeln sich aus Nebentätigkeiten wie Aufsichtsratsposten zusätzlich 34 800 Euro an - von denen er 12 100 Euro an den Kollegen Stadtkämmerer abführen muss.

Sparkassen-Chef ist der Spitzenverdiener

Deutlich hinter dem OB rangiert sein erster Stellvertreter, Stadtdirektor und Kämmerer Jörg Stüdemann. Er bekommt in seiner ersten Amtsperiode eine Brutto-Vergütung nach B 8 in Höhe von 8572,03 Euro. Die steigt nach der Wiederwahl auf 9092,63 Euro (B 9). Der Hierarchie folgend, schließt sich ein einfacher Dezernent mit der Besoldung B 7 an: 8152, 75 Euro brutto. Im Falle der Wiederwahl winkt Besoldungsgruppe B 8 - und damit jenes Salär, das der Stadtdirektor in seiner ersten Amtszeit verdient.

Mit Sparkassen-Chef Uwe Samulewicz kann niemand mithalten: Der Banker hatte sein Salär 2010 mit 477 000 Euro beziffert. Öffentlich.

So viel Transparenz ließen die drei Vorstände der Dortmunder Stadtwerke (DSW) ebenfalls erstmals 2010 zu. Zwar hatten die DSW-Spitzen bis dahin ihre Bezüge im jährlichen Geschäftsbericht offengelegt - allerdings addiert und eben nicht individuell. Vorstandschef Guntram Pehlke gab seine Bezüge für 2009 mit 344 000 Euro brutto an (ohne Aufsichtsratsmandate). Verkehrsvorstand Hubert Jung kam auf 337 000 Euro, Personalvorstand Manfred Kossack mit 251 000 Euro. Andere Gesellschaften wie EDG und DEW haben die Bezüge ihrer Unternehmensspitzen bislang nicht individuell offengelegt.