Das müssen Sie über das abgesagte Juicy Beats wissen

Es sollte die große Feier zum 20. Geburtstag werden - doch Tief „Zeljko“ durchkreuzte die Pläne der Juicy-Beats-Macher, sie sagten den zweiten Festivaltag am Samstag ab. Welche Folgen hat das für die Besucher, Fest und Organisatoren? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Dortmund. 32.000 Fans sind am Samstag im Westfalenpark erwartet worden. Bekommen die Menschen ihr Geld zurück?

Ja. "Wir werden in der kommenden Woche besprechen, wie wir das ganze Prozedere abwickeln", sagte Festival-Sprecher Martin Juhls am Sonntagmittag auf Anfrage unserer Redaktion. Man werde die Besucher auf dem Laufenden halten.

Was ist am Samstag nach der Absage passiert? Sind alle nach Hause gefahren?

Teilweise kehrten die Besucher noch auf dem Weg zum Festival um. Einige Gäste haben von der Absage erst am Eingang des Westfalenparks erfahren. Der Park war am Samstag, kurz nach der Absage, komplett gesperrt worden. Viele Festivalbesucher haben den Tag und Abend trotzdem in Dortmund verbracht. Einige Bars und Clubs hatten kurzfristig ihr Programm geändert und Künstler, die eigentlich fürs Festival gebucht waren, übernommen. Juhls: "Eine tolle Reaktion. So hatten wir zumindest ein Mini-Jubiläum."

Gab es eine Alternative zur Absage? Hätte man das Juicy Beats nicht einfach in die Westfalenhalle verlegen können?

Nein. "Die Absage stand außer Frage - auch wenn wir alles probiert haben", sagte Juhls. Der Führungsstab aus Veranstalter, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst habe die Entscheidung einstimmig getroffen. Eine Verlegung des Festivals, zum Beispiel in die Westfalenhallen, sei allein schon aus organisatorischen Gründen utopisch gewesen.

Hätte man das Festival nicht eher absagen müssen?

Nein. Es gab am Freitag zwar eine Warnung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) - mehr aber nicht. Die konkrete Sturmwarnung haben die Organisatoren am Samstagmorgen um 10.01 bekommen, erklärte Juhls. "Da war die Entscheidung, dass der zweite Tag abgesagt wird, schon gefallen. Wir hatten eine Vorabinformation."

Wie groß ist der finanzielle Schaden für den Veranstalter?

Darüber gibt es bislang noch keine Informationen. "Wir werden in den nächsten Tagen uns zusammensetzten und ein Resümee ziehen", sagte Juhls gestern. Am Mittwoch oder Donnerstag könnte es Neuigkeiten geben.

Der erste Festivaltag am Freitag konnte stattfinden. Wie fällt das Fazit aus?

Der Freitag mit einem reduzierten, aber pointierten Programm - dieses Experiment ist gelungen. Und es hat zumindest 15.000 Fans ihre Juicy-Beats-Momente 2015 ermöglicht. Das Publikum bewegte sich zu Hip-Hop Beats von Coely, Weekend und Deine Freunde, lauten Gitarren von SDP oder dem sanften Stampfbeat von DJ Alle Farben. Fettes Brot sorgte für den wuchtigen Abschluss auf der vollen Festwiese. Das Hamburger Rap-Trio kam mit kleiner Band - und allen Hits von 1996 bis heute.

Wird es im kommenden Jahr ein Juicy Beats geben?

Sicher ist das noch nicht. "Wir wollen sehr gerne weitermachen. In den nächsten Tagen stehen intensive Gespräche an, dann sehen wir weiter", so Juhls. Mut mache vor allem die positive Reaktion vieler Juicy-Beats-Fans - trotz der Absage. "Das Verständnis, das wir da bekommen, ist einfach toll."

Alle Fotos vom Juicy Beats: Tweets aus dem Westfalenpark:

Die wichtigsten Infos rund um Juicy Beats:

Daniel Müller, Felix Guth