Das Hotel Bender am Burgtor wird abgerissen

Der Abriss des ehemaligen Hotel Bender am Burgtor steht unmittelbar bevor. Die angrenzende Fläche, von Gebrauchtwagenhändlern und einem Billigladen genutzt, soll bebaut werden. Foto: Horst Müller/WAZ FotoPool
Der Abriss des ehemaligen Hotel Bender am Burgtor steht unmittelbar bevor. Die angrenzende Fläche, von Gebrauchtwagenhändlern und einem Billigladen genutzt, soll bebaut werden. Foto: Horst Müller/WAZ FotoPool
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Dortmund.  Seit Jahren steht das ehemalige Hotel Bender am Burgtor leer – komplett verrammelt und verriegelt. Aber der Abrisstrupp steht Gewehr bei Fuß: Schon in wenigen Tagen soll das Gebäude abgerissen werden.

Wer nur den Namen kennt, könnte auf eine bevorzugte Adresse schließen. Tatsächlich aber ist das Burgtor an städtebaulicher Scheußlichkeit kaum mehr zu überbieten – ein Schandfleck der ansonsten auf seine Attraktivität so stolzen City. Besonders zwischen Burgwall und Eisenbahntrasse sieht es schlimm aus – seit Jahrzehnten. Doch nun kommt endlich Bewegung in die Entwicklung des Areals. Im Mittelpunkt: das ehemalige Hotel Bender.

Der Investor und Neu-Besitzer des seit langem leer stehenden Gebäudes, der Aplerbecker Bauunternehmer Wolfgang Froese, lässt seinen Ankündigungen vom letzten Jahr Taten folgen und hat jetzt Abrisstrupps in das heruntergekommene Haus geschickt. Nun könnte alles sehr schnell gehen. Schon Ende nächster Woche soll das Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden. Von den guten alten Zeiten des Hotels, das in den 1960-er Jahren sogar dem BVB als Mannschaftsherberge diente, bleiben dann wohl nur noch Erinnerungen übrig.

Auch die Nachbargrundstücke sind verkauft

Auch die Nachbargrundstücke hat Froese inzwischen aufgekauft – bis hin zu dem ebenfalls wenig attraktiven Gebäude Burgwall 17. Auch dieses Haus soll verschwinden. Anschließend will Froese neu bauen: eine u-förmige Anlage mit zwei sechsgeschossigen Riegelbauten nebst Parkdecks und als Krönung einem Hochhaus mit 20 Stockwerken mit einer zum Burgtor-Knoten abgerundeten Fassade. Büros, Dienstleister, möglicherweise wieder ein Hotel – all das kann sich der Dortmunder hier vorstellen.

Einen Ankermieter hat Froese noch nicht, ist aber trotzdem optimistisch. Auch was die Planungs- und Bauzeit angeht: Zwei Jahre, dann könnte „von meiner Seite aus“ alles fertig sein. Fehlt noch das Okay der Baubehörde. Doch die will sich nicht querstellen. „Wir sind im Gespräch mit dem Investor. Das Vorhaben folgt ja dem City-Konzept der Stadt“, bestätigt Planungsamtsleiter Ludger Wilde auf WAZ-Nachfrage. Die Abrissgenehmigung für das Hotel liegt vor. Die notwendige Bebauungsplanveränderung soll nun im beschleunigten Verfahren vollzogen werden. Wilde rechnet mit sechs bis neun Monaten. Auf der nächsten Expo-Real im Herbst 2011 in München will Wolfgang Froese sein Projekt einem internationalen Publikum präsentieren.

Gegenüber entsteht ein Jugend-Hotel

Die Pläne des Aplerbeckers sind nicht der einzige Lichtblick am Burgtor. Gegenüber in der Burgtor-Passage wird bereits seit Wochen kräftig gewerkelt. Das Eckhaus an der Brückstraße wird zur Zeit kernsaniert. Die in Berlin gegründete A & O Hotel und Hostel Holding hat das leer stehende ehemalige Commerzbank-Gebäude von der Terrania AG angemietet und will aus dem früheren Bankhaus ein Jugendhotel machen. Die nach eigenen Angaben größte Hostel-Kette Europas investiert in ihr erstes Dortmunder Objekt fünf Millionen Euro. Eröffnet werden soll das Jugendhotel, das im Zwei-Sterne-Segment angesiedelt sein wird, bereits im kommenden Frühjahr.

 
 

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