Das Fußballmuseum kommt

Ganz außen vor steht die Stadt nicht, wenn am 20. September auf dem Gelände des früheren Busbahnhofs die Bauphase fürs DFB-Fußballmuseum angepfiffen wird. Zumindest bei der Erschließung, Herrichtung und Gestaltung der Außenanlagen sitzt sie mit 4,98 Millionen Euro im Beiboot.

Dass der Landesbeauftragte Harald Heinze in der (Rats-)Sitzung am 2. August der Verwaltung freie Hand geben wird, mit der Stiftung DFB-Fußballmuseum die notwendigen Verträge abzuschließen, daran zweifelt niemand in den politischen Lagern.

Der Erbbaurechtsvertrag läuft über 99 Jahre und verpflichtet die Stadt, das rund 6000 Quadratmeter große Grundstück des früheren Omnibusbahnhofs kostenlos in die Stiftung einzubringen.

An der Stiftung wiederum sind die Stadt und der DFB beteiligt. Beim Bau und bei der Ausstattung des Gebäudes hat die Stadt keine Karten im Spiel. Dafür trägt sie die Kosten für Planung und Herrichtung der Außenanlagen, die mit insgesamt 4,89 Millionen Euro ins Kontor schlagen. Ob sie den chronisch klammen Haushalt am Ende in voller Höhe belasten, bleibt allerdings vorerst offen: Die Verwaltung hofft auf Fördermittel aus dem Städtebautopf des Landes, der 3,2 Millionen Euro bringen soll.

Bleiben die Landesmittel aus, muss die Stadt die Summe in voller Höhe tragen, der DFB bleibt in dem Punkt außen vor. Vorsorglich weist Kämmerer Jörg Stüdemann in seinem Beschlussvorschlag für den Landesbeauftragten darauf hin, dass das Geld in dem Fall nicht mehr zusätzlich in den Haushalt gepackt werden kann. Bedeutet: Schickt Düsseldorf wider Erwarten keinen Förderbescheid, genießt das Museum zwar Priorität - aber um den Preis, „dass andere Maßnahmen nicht oder erst in späteren Haushaltsjahren durchgeführt werden können.“

Wenn das Museum nicht läuft, muss der Stadtkämmerer herhalten

Bau und Ausstattung des Nationalen Fußballtempels sind Sache des DFB. 36 Millionen Euro waren dafür zuletzt veranschlagt worden: Auch daran ist das Land mit 18,5 Mio. Euro beteiligt. Weitere 7,9 Mio. Euro kommen vom DFB, 10 Millionen Euro sollen Sponsoren beisteuern. Und wenn der Museumsbetrieb rote Zahlen schreibt?

Dann schießt der DFB bis zu 250 000 Euro zu, nicht mehr. Er hat seinen Verlustausgleich begrenzt. Fällt das Defizit höher aus, muss der Stadtkämmerer herhalten. Beispiel: Bei einem Minus von 500 000 Euro zahlen beide Partner je 250 000 Euro. Bei einem Minus von 600 000 Euro bliebe der DFB-Anteil unverändert, die Stadt aber müsste 350 000 Euro einspeisen. Darüber hinaus war in einem „Eckpunktepapier“ vereinbart worden, die Stadt möge 350 000 Euro Sponsorengelder einwerben.

 

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