Darum tragen Arbeiter im Hauptbahnhof weiße Schutzanzüge

Im Hauptbahnhof tut sich was: Dort sind am Montag die Deckenarbeiten in der Verteilerhalle der Stadtbahn gestartet. Die Hälfte der Unterführung in Richtung Nordausgang ist abgesperrt, die Wände dahinter sind mit grauer Folie bedeckt. Doch warum tragen die Arbeiter weiße Schutzanzüge?

Dortmund.. Die Deckenarbeiten sind der erste für die Fahrgäste deutlich sichtbare Schritt im 37 Millionen Euro schweren Großprojekt "U-Plus Hauptbahnhof". Das Tiefbauamt der Stadt Dortmund will die komplette Stadtbahnanlage bis voraussichtlich Ende 2019 umbauen und erweitern. Der Grund: Seit 1984 nutzen immer mehr Menschen die U-Bahn. Für rund 43.000 Fahrgäste an Werktagen seien die Bahnsteige einfach zu schmal, der Bahnhof "nach 30 Jahren nicht mehr zeitgemäß", heißt es in einer Pressemitteilung.

Schutzanzüge gegen Schadstoffe

Mit den vorbereitenden Arbeiten an der Stadtbahnanlage hatte das Tiefbauamt bereits letztes Jahr begonnen, bisher liefen die allerdings eher von den Fahrgästen unbemerkt. Das ändert sich jetzt. Da beim Bau des Bahnhofs Mineralwolle verarbeitet wurde und diese Schadstoffe freisetzt, tragen die Arbeitskräfte einen Vollschutzanzug. Das soll Passanten aber nicht abschrecken.

Der Schutzanzug diene ausschließlich der eigenen Sicherheit der Arbeiter, die im Sommer hinter 30 Zentimeter dicken Schutzwänden arbeiten werden, so Lutz Gobrecht, Leiter des Projekts. Die Fahrgäste seien nicht gefährdet: "Unterdruckgeräte saugen die Schadstoffe ab, außerdem haben wir ständig Messgeräte im Einsatz."

Sperrung in Etappen

Der Ausbau erfolgt etappenweise. "Wir sperren immer nur Teile ab, Treppenzugänge bleiben grundsätzlich frei", erklärt Gobrecht. Damit es bald mehr Platz geben kann, wird es also erst mal etwas enger, vollständig gesperrt wird die Unterführung aber nie.

Ende Mai will das Tiefbauamt die Deckenarbeiten abgeschlossen haben. Der Bahnhof würde dann "lichter, heller, freundlicher". So heißt es im Informationsflyer, der im Bereich der U-Bahnen verteilt wird. "Die Decke soll eine geschwungene Form erhalten", sagt Gobrecht.

Bahnsteige werden breiter

Im nächsten Schritt geht es noch eine Etage tiefer. Die Bahnsteigebene wird ausgebaut. Auch die Plattformen werden deshalb erst mal schmaler, sollen zum Ende des Umbaus aber mehr als doppelt so breit sein.

Bis Ende 2019 soll es außerdem neue Aufzüge und Treppenanlagen geben. LEDs sollen den Bahnhof sparsamer machen. Am Mittwoch schaffen die 10 bis 15 eingesetzten Arbeiter die Absperrzäune aber schon wieder fort: Wenn Borussia Dortmund Juventus Turin empfängt, "wird es hier sonst zu eng", so Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes.

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