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Coronavirus in Dortmund: Chaos-Zustand auf der Einkaufsmeile – „Leute drehen durch!“

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Dortmund. Was für ein Irrsinn – und das mitten in Dortmund!

Mit der Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen dürfen viele Geschäfte seit Montag wieder öffnen. Und in Dortmund ist es direkt am ersten Tag nach dem Lockdown völlig übertrieben abgegangen!

Die Menschen schienen die Öffnung der Geschäfte sehnsüchtig erwartet zu haben, strömten zu Tausenden auf den Dortmunder Westenhellweg. Viele Passanten sind besorgt über die Zustände auf der Einkaufsmeile in Dortmund, berichtet die „Bild“.

Dortmund nach dem Lockdown: „Es ist mehr los als vorher“

Eine Passantin ist überrascht: „Es ist mehr los als vorher“, sagt sie vor der Kamera und weiter „Es gibt auch einige Blöde auf gut Deutsch, die meinen, es ist wieder Alltag“, regt sich die Frau hinter ihrem Mundschutz auf.

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Eine andere Frau pflichtet ihr bei: „Die stehen schon sehr nah beieinander. Mit Vernunft hat das nicht viel zu tun. Ich sehe auch viel zu wenig mit Schutzmaske“, sagt sie der „Bild“. Eine Mundschutz-Pflicht herrscht in NRW zwar nicht, ist allerdings beim Einkaufen wärmstens empfohlen - zuletzt auch von Kanzlerin Angela Merkel.

„Die Leute drehen durch“

Weil viele Menschen die Hinweise von Virologen und Politikern offenbar ignorieren, ärgert sich auch eine ältere Dame. Sie regt sich darüber auf, dass manche Passanten ihr nicht ausgewichen seien.

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Dabei ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern im öffentlichen Raum Pflicht. Nichteinhaltung wird vom Ordnungsamt mit Bußgeldern bis 200 Euro geahndet. Eine jüngere Frau konstatiert: „Die Leute drehen jetzt so ein bisschen durch.“

Das sagt ein Psychologe

Rolf Schmiel erklärt das Verhalten der Menschen in Dortmund mit einer möglichen Irritation aus den vergangenen Wochen. „Zum einen gab es knallharte Vorgaben und jetzt maximale Lebendigkeit.“

Der Psychologe aus Sprockhövel vermisse klare Ansagen der Politik, warum welche Maßnahmen gelockert wurden. „Gleichzeitig haben wir den Gewohnheitseffekt bei vielen Leuten“, so Schmiel. Die Menschen würden täglich von mehr Todesfällen und Infektionen hören. „Umso häufiger wir das hören, desto weniger berührt es uns.“

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Die Mischung dieser beiden Effekte wurde zu solchen Zuständen in Dortmund führen.

Davon rät der Experte ab

Mitmenschen auf deren Fehlverhalten aufmerksam zu machen, davon rät der Psychologe ab. Man würde einerseits als Passant in der Regel nicht ernst genommen. Außerdem bestehe die Gefahr einer aggressiven Reaktion.

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Nach Ansicht des Psychologen müssten die Behörden in solchen Fällen durchgreifen. An die Politik hat er eine klare Forderung. Die allgemeinen mahnenden Worte von Kanzlerin Angela Merkel. „Es funktioniert immer nur dann, wenn es wirkliche Konsequenzen hat und eindeutig und nachvollziehbar ist.“

 
 

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