Dortmund

Corona in Dortmund: Fitnessstudio-Betreiber geschockt von Lockdown – „Finanziell und psychisch katastrophal“

Corona in Dortmund: Der Fitnessstudio-Inhaber muss sein Geschäft am Montag schließen. (Symbolbild)
Corona in Dortmund: Der Fitnessstudio-Inhaber muss sein Geschäft am Montag schließen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Future Image

Dortmund. Nachdem Bund und Länder am Mittwoch beschlossen, ab kommenden Montag einen Teil-Lockdown durchzuführen, läuten unter anderem bei den Gastwirten und Inhabern von Fitnessstudios die Alarmglocken.

Denn es trifft erneut diejenigen, deren Geschäfte ohnehin schon wegen der Corona-Pandemie stark angeschlagen sind. Ein Fitnessstudio-Betreiber aus Dortmund spricht gegenüber DER WESTEN über den bevorstehenden Lockdown und findet alarmierende Worte: „Finanziell und psychisch katastrophal“.

Corona in Dortmund: Fitnessstudio-Betreiber geschockt von Lockdown – „Finanziell und psychisch katastrophal“

Die wohl größte Befürchtung ist wahr geworden: Die sich extrem verschlimmernde Corona-Lage zwingt unter anderem Fitnessstudios erneut zur Schließung. Holger Kopp, Inhaber des Fitnessstudios Kopp in Dortmund, ist geschockt.

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Ab Montag werden die Türen seines Fitnessstudios vorerst bis Ende November geschlossen bleiben. Dabei habe es vor etwa einer Woche noch geheißen, dass vor allem private Feiern und Restaurants Infektionsherde seien, sagt er. „Was mich am meisten geschockt hat, ist die schnelle Umkehr.“

Denn bereits bei der ersten Welle musste er sein Fitnessstudio aufgrund des verhängten Lockdowns schließen. Seitdem habe er circa 20 Prozent seiner Kunden verloren. Nach der erneuten Öffnung sei es dann auch nicht wirklich gut angelaufen. Im Sommer sei das aber auch ein Stück weit normal, schließlich würden ohnehin weniger Menschen das Fitnessstudio aufsuchen, weiß Kopp.

Doch von Mitte September bis ziemlich genau dem 5. Oktober habe der Fitnessstudio-Inhaber dann „eine sehr gute Phase erlebt“. Es hätten wieder zunehmend Kunden sein Fitnessstudio aufgesucht, es schien endlich wieder bergauf zu gehen. „Noch am Wochenende habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass wir schließen müssen“, sagt er. Bis am Mittwoch der einmonatige Lockdown beschlossen wurde: Für Kopp und sein kleines, familiengeführtes Fitnessstudio ein schwerer Rückschlag.

„Ich hatte Hoffnung auf Herbst, dann wurde alles verworfen.“ Gerade der November sei nämlich ein Monat, in dem die Menschen wieder Lust auf Sport im Fitnessstudio bekommen würden. „Finanziell und psychisch katastrophal“, so beschreibt er die Lage.

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Große Solidarität der Kunden

Auch seine Kunden seien nun sehr verunsichert. Denn ob Kopps Fitnessstudio im Dezember wieder öffnen darf, ist lang nicht sicher. Immerhin habe er von seinen Kunden aber eine große Solidarität erfahren. „Ich soll unbedingt weiter Beiträge abbuchen“, gibt er die Worte seiner Kunden wieder.

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Das ist das Coronavirus:

  • ist SARS-CoV-2 (Abkürzung für englisch: severe acute respiratory syndrome coronavirus 2)
  • gehört zur Familie der Coronaviren, eine Infektion kann neue Atemwegserkrankung Covid-19 verursachen
  • erstmals 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan entdeckt
  • wurde von der WHO am 30. Januar 2020 als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ und am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft
  • Infektion erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektion und Aerosole

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Verzweifelt von der Situation werde Kopp dies auch machen, sofern seine Kunden dem zustimmen würden. Schließlich weiß der Fitnessstudio-Inhaber: „Über Jahre kann ich mit dem Kundenrückgang um 20 Prozent nicht leben.“ Seine Kunden vor allem aber Kopp selbst sowie sein fünfköpfiges Team können damit nur hoffen, dass das Fitnessstudio im Dezember wieder öffnen darf. Wie es nach dem Lockdown sein wird, ob er zum Beispiel weitere Kunden verlieren wird, darüber will er momentan lieber noch nicht denken.

 
 

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