Continental streicht binnen zwei Jahren 400 Stellen

Von Dirk Berger
Die Firma Continental (ehemals VDO) in Dortmund-Dorstfeld.
Die Firma Continental (ehemals VDO) in Dortmund-Dorstfeld.
Foto: Ralf Rottmann
Der Dortmunder Automobilzulieferer Continental (ehemals VDO) streicht bis Ende 2014 mehr als ein Drittel seiner 1100 Stellen – wenn man Leiharbeiter und befristete Jobs hinzuzieht. Das Unternehmen hat einen Teil der Produktion nach Rumänien ausgelagert.

Dortmund. Was den Abbau von Arbeitsplätzen anbelangt, kennt man sich in Dortmund mit großen Zahlen aus. Mit der Trennung von Leiharbeitern hat der Dortmunder Automobilzulieferer Continental (ehemals VDO) nun ein neues Kapitel aufgeschlagen, an dessen Ende 2014 der Verlust von bis zu 400 Arbeitsplätzen stehen soll – wenn man die Leiharbeiter und die Kollegen mit den befristeten Arbeitsverträgen hinzuzieht.

Produktion in Brasov

Die Stadt Brasov steht für die Entscheidung des Konzerns, einen Teil der Produktion nach Rumänien auszulagern. Was mit der bis dato in Dorstfeld arbeitenden Belegschaft passieren soll, war in der vergangenen Woche Thema in Abteilungskonferenzen: Durch Nichtverlängerung von Zeitverträgen, Trennung von Leiharbeitern, Aufhebungsverträge, Wechsel in die Altersteilzeit oder betriebsbedingte Kündigungen gehen die Stellen verloren.

Bisher, so die Betriebsratsvorsitzende Kirsten Vörkel, hätten sich etwa 120 Kollegen für einen freiwilligen Abschied aus dem Betrieb entschieden – und zwar über Aufhebungsverträge und den Wechsel in die Altersteilzeit. „165 haben wir uns zum Ziel gesetzt“, so Vörkel. 30 Leiharbeiter scheiden zum 31. Dezember 2012 aus, nach und nach würden 70 weitere mit Zeitverträgen ihre Stellen verlieren.

Als der Konzern vor etwa zwei Jahren eine Teilverlagerung nach Rumänien beschloss und den Abbau der Stammbelegschaft um etwa 300 Leute ankündigte, schien der Zeitpunkt vielen noch fern. „Jetzt, wo die Termine näher rücken, merkt man den Leuten die Betroffenheit schon an“, sagt Vörkel. Man sei mit der Transfergesellschaft PEAG in Verhandlungen, um allen, die sich nicht freiwillig für einen Weggang entscheiden, die Chance auf einen Übergang in einen anderen Beruf zu ermöglichen. Wer beide Möglichkeiten ausschlägt, müsse mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen.

Keine Ersatzproduktion

Das Europageschäft sei derzeit mau. Conti in Dorstfeld würde die Fertigungslinien verlieren, die viel Personaleinsatz erforderten. Es sei auch nicht besonders einfach, als Ersatz andere Fertigungen nach Dortmund zu lotsen.

„Die Produktion in Rumänien ist einfach kostengünstiger“, stellt Kirsten Vörkel fest. Damit seien alle Argumente durch, „da laufen sie sich als Betriebsrätin eine Blase“. Ansonsten aber sei die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung spannungslos. „Wir haben einen Vertrag, an den sich beide Seiten halten.“ Zielbelegschaft, so Contisprecherin Katja Mattl, bis 2015 sei 700 – von 1100 jetzt.