Continental baut in Dortmund 600 Stellen ab

Dirk Berger
Gilt als zu teuer: Der Dortmunder Continental -Standort in Dorstfeld. WR-Bild: Ralf Rottmann
Gilt als zu teuer: Der Dortmunder Continental -Standort in Dorstfeld. WR-Bild: Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Die schlechten Nachrichten für das Continental-Werk in Dorstfeld reißen nicht ab, und die schlimmsten Befürchtungen des Betriebsrates scheinen sich zu bewahrheiten: Gestern teilte die Geschäftsleitung mit, man werde die derzeitige Belegschaft von 1049 Mitarbeitern plus 170 Leiharbeiter bis 2015 auf einen Stand von 630 herunterfahren - was einem Abbau von fast 600 Arbeitsplätzen entspricht.

Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte die Schwalbacher Continental-Sprecherin Katja Mattl die Zahlen. „Unser Grundproblem ist, dass wir am Standort Dortmund 20 Prozent teurer als der Wettbewerb sind“, sagte sie. Die Folge: „Die derzeitigen Aufträge laufen aus, und wir kriegen kein Neugeschäft mehr nach Dortmund.“

„Wir werden von den
Kunden getrieben“

Im Konzern habe man jede Möglichkeit ausgelotet, um die beste Lösung zur Sicherung des Standortes zu finden. „Schwierig war es immer“, so Mattl , „aber jetzt sind wir in einer Situation, dass wir von den Kunden getrieben werden.“

Diese Entscheidung habe nichts damit zu tun, dass man den Standort in Dorstfeld aufgeben wolle. Vielmehr wolle man in Dortmund ein Kompetenzzentrum einrichten, in dem man sich mit der Entwicklung neuer Fertigungstechnologien für die Werke der Gesamtgruppe beschäftigt - wie also „die Produktion optimal in die Serienfertigung übergeht“. Mattl sieht mit dem Konzept eine wirtschaftlich standfeste Perspektive für das Werk in Dorstfeld.

Was die Regelung des Arbeitsplatzabbaus anbelangt, das Auflegen eines Sozialplans/Interessensausgleichs, werde man jetzt in die Gespräche mit den Personalvertretern gehen.

Schon schlechte Nachrichten im Mai

Die wirtschaftliche Perspektive hat der Betriebsrat schon nach der letzten schlechten Nachricht im Mai vermisst: Damals ging es noch um den Abbau von „nur“ 250 Mitarbeitern plus 100 Leiharbeitern.

Schon im Frühling hegten die Arbeitnehmervertreter die Befürchtung, dass der riesige Standort, auf dem vor 20 Jahren noch fast 2000 Menschen arbeiteten, für die „Restbelegschaft“ wegen zu hoher Fixkosten zu teuer würde.

Sowohl der Betriebsrat als auch die IG Metall haben heute zu einer Pressekonferenz eingeladen.