Casper und Co. sorgen bei 17. Juicy Beats im Westfalenpark Dortmund für Dauer-Party

2011 schaffte Casper (hier bei Bochum Total) den Durchbruch. In diesem Jahr spielt er beim Juicy-Beats-Festival am 28. Juli im Westfalenpark Dortmund eine exklusive Live-Show.
2011 schaffte Casper (hier bei Bochum Total) den Durchbruch. In diesem Jahr spielt er beim Juicy-Beats-Festival am 28. Juli im Westfalenpark Dortmund eine exklusive Live-Show.
Foto: WAZ FotoPool
Was für ein Angebot: Beim Juicy-Beats-Festival am 28. Juli im Westfalenpark Dortmund sorgen 160 Künstler auf 20 Bühnen für Dauer-Party-Stimmung bis tief in die Nacht. Angeführt von Deutsch-Rapper Casper, bieten Bands und DJs eine fast schon erschlagende Programmvielfalt.

Dortmund.. Zahlen können einen erschlagen. Also zunächst die einfachen Fakten: Am Samstag, 28. Juli, steigt die 17. Auflage von Juicy Beats im Dortmunder Westfalenpark. Auch diese Dimension ist zu verkraften: Von zwölf Uhr mittags bis 4 Uhr nachts können bis zu 30.000 Musikfans beim größten Elektronik- und Independent-Festival in Nordrhein-Westfalen tanzen, feiern und viel erleben. Jetzt aber kommt’s dicke: Angesichts von 120 DJs, 40 Live-Bands und mehr als 20 Bühnen sowie Tanzflächen droht Unübersichtlichkeit. Erst recht, wenn man noch die unzähligen Kooperationen und Sponsoren hinzunimmt.

Macht nichts, sagt Festival-Chef Carsten Helmich, „das macht doch Juicy Berats aus!“ Die Vielfalt macht’s: International anerkannte Bands und Plattenaufleger sollen sich mit deutscher Prominenz ebenso abwechseln wie mit unbekannten lokalen Künstlern. Und doch sticht der speziell 2011 extrem angesagte Casper als Zugpferd heraus, zumal der Deutsch-Rapper nur einen einzigen NRW-Festival-Auftritt in diesem Jahr hinlegt. Doch auch er ordnet sich in der Menge unter, nach seinem einstündigen Auftritt auf der Festwiese-Hauptbühne folgt noch das optische Spektakel von Modeselektor mit den Video-Jockeys Pfadfinderei.

Absage von De La Soul war "ärgerlich"

Also hält sich Helmich angesichts des gut laufenden Vorverkaufs auch bei der „ärgerlichen“ Absage von den HipHop-Größen De La Soul nicht lange auf. Es gebe halt ein gewisses Risiko bei der Verpflichtung von Übersee-Bands. „Aber was will man machen? Nach New York fliegen und sie verklagen? Das ist sinnlos.“

Zumal sich bei der 16. Auflage gezeigt habe, dass die Stimmung trotz der kurzfristigen (persönlich bedingten) Absage von Headliner Beth Ditto nicht gelitten habe. Dennoch mahnt Helmich an: „Das ist schon eine Unsitte von immer mehr Bands bzw. Agenturen, trotz schriftlicher Bestätigung die Zusage zurückzuziehen.“

Fünf Live-Bühnen mit Rock- und Elektromusik

Zurück zum bunten Obstkorb, den das fruchtige Juicy-Beats-Festival 2012 auf fünf Live-Bühnen präsentiert. Am FZW-Sonnensegel etwa geht es mit Get Well Soon, Two Gallants und Kakkmaddafakka (kein Schreibfehler!) plus Helmichs Favoriten Beardyman rockiger zu.

Am Sandstrand hingegen paaren sich Balkan-Pop und afrikanische Klänge mit Elektroswing, die Konzerthaus-Bühne an der Buschmühle präsentiert im Wesentlichen Singer-Songwriter plus eine Pop-Box, in der Musiker interessierten Festivalbesuchern intime Einblicke in ihr Schaffen gewähren.

Passend zur Fußball-EM kommen am Torfhausplatz polnische Musikstars zum Zug. Und etwas abseits am Seerosenteich mischt das Kulturbüro Poesie, Wortwitz und Lyrisches, angelehnt an den Poetry Slam. Die Plattenleger-Liste wird angeführt von DJ Koze, der bei seinem zweiten Juicy-Beats-Auftritt am 28. Juli auch zweimal Partystimmung entfachen will. Gleiches strebt Ante Perry bei seinem Doppel-Auftritt an. Unterstützt von einem hochwertigen Soundsystem, wird speziell am Sonnensegel in der Elektronik-Arena durchgefeiert.

Was am Mondo Mio auf der FH-Fläche auch Electro Ferris aka Ferris Hilton von Deichkind antreiben dürfte. Desweiteren gibt es mit Techno, House, Drum’n’Bass, Dubstep und Reggae fast die gesamte Musikpalette zu hören.

Beatbattle für Hobby-DJs

Und wer sein eigenes Programm gestalten möchte, kann sich am kleinen Sonnensegel einen Kopfhörer ausleihen und sich ganz individuell auf verschiedenen Kanälen beschallen lassen. Gleiches bietet sich im Kreativ-Camp, bestehend aus 15 Iglu-Zelten, beim Filmegucken an. Und beim „Beatbattle“ können Hobby-DJs ihr Können zeigen. All das beginnt schon in den Mittagsstunden, „da die Leute schon früh an den Kassen stehen. Früher war da noch Zeit für kleine Bands“, beschreibt Helmich die Entwicklung.

Wie den Überblick angesichts eines solch immensen Programmangebots behalten? Eine Möglichkeit: die kostenlose Juicy-Beats-App, die auf allen Android-Handys läuft und in gleicher Ausführung schon bei der BVB-Double-Feier manch einem bei der Orientierung half.

Android-App zum Festival

Die hat auch noch Programmgestalter Carsten Helmich, der fast ein Jahr auf der Suche nach vielversprechenden Künstlern ist und dazu sagt: „Wir sind das Trüffelschwein unter den Festivals.“

Weitere Infos, etwa zu den Eintrittskarten (zugleich VRR-Bus-und Bahnticket) für 27 Euro im Vorverkauf bzw. an der Tageskasse für 32 Euro, gibt es auf der Festival-Homepage.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel