BVB will nach Fan-Krawallen "mit aller Schärfe" handeln

BVB-Ultras haben an der A45 bei Siegen einen Fanbus von Preußen Münster attackiert.
BVB-Ultras haben an der A45 bei Siegen einen Fanbus von Preußen Münster attackiert.
Foto: Archiv/imago-Sportdienst
Nach dem Angriff von BVB-Ultras auf Fans von Preußen Münster hat sich der BVB am Montag offiziell entschuldigt. Vereinssprecher Sascha Fligge kündigt an, "mit aller Schärfe handeln" zu wollen. Bei der Attacke am A45-Rastplatz "Siegerland Ost" bei Siegen wurden mehrere Preußen-Anhänger verletzt.

Dortmund/Siegen. Erneut haben gewaltbereite BVB-Fans Anhänger des Drittligisten Preußen Münster angegriffen. Am Samstagmorgen trafen die Fangruppen auf einem Rastplatz an der A45 im Siegerland aufeinander.

Der BVB kündigte am Montag Konsequenzen an: "Falls sich herausstellen sollte, dass eine Fan-Gruppierung von Borussia Dortmund an diesem Überfall beteiligt war, werden wir mit aller Schärfe handeln“, stellte Pressesprecher Sascha Fligge klar. Kurzfristig setzte der Verein ein Gespräch mit den „Desperados“ an, um deren Version zu hören.

Borussia Dortmund entschuldigte sich "in aller Form" bei Preußen Münster und ließ erkennen, dass dieses Verhalten der eigenen Fans nicht zu entschuldigen sei. Die betroffenen Preußen-Fans will der BVB zu einem Besuch in den Signal Iduna Park einladen. Rolf-Arnd Marewski vom Dortmunder Fanprojekt bezeichnete den Angriff auf die Preußen-Fans als "abscheuliche Tat". Ähnliche Wortbeiträge gab es auch in BVB-nahen Internetforen.

Angriff forderte mehrere Verletzte

Bei dem Angriff erlitt ein Preußen-Fan einen Nasenbeinbruch, weitere wurden leicht verletzt, erklärte das Fanprojekt von Preußen Münster in einer Mitteilung. Die Dortmunder sollen zudem einen Fan-Schal und zwei Mützen geklaut haben.

Die Polizei in Münster spricht von einem "zufälligen Aufeinandertreffen". Der Bus des Fanprojekts war auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Heidenheim in Baden-Württemberg, die BVB-Anhänger fuhren zum Spiel nach Nürnberg. "Da ist die A45 Teil der gemeinsamen Strecke", so ein Polizeisprecher.

30 Preußen-Fans im Bus — auch Mütter mit Kindern

In dem Bus des Fanprojekts von Preußen Münster waren knapp 30 Menschen unterwegs, wie Vereinsgeschäftsführer André Zivic sagte. Darunter seien auch Rentner, Mütter und Kinder gewesen. Zivic sprach von einem Angriff. Etwa 20 Dortmund-Fans seien an der Raststätte Siegerland-Ost auf die Preußen-Fans, die gerade eine Pause eingelegt hatten, losgegangen.

Laut Polizei meldeten die Fans den Vorfall nicht sofort, um den Anpfiff des Spiels in Heidenheim nicht zu verpassen. Erst im Stadion wurden die Beamten verständigt. "Es waren keine Beamten auf dem Rastplatz vor Ort", sagt ein Sprecher der Polizei.

BVB-Angreifer bislang nicht identifiziert

Es gebe aber Hinweise auf den Fanbus der Dortmunder, die mutmaßlichen Täter seien aber noch nicht identifiziert. Der Bus der Dortmund-Fans soll ein Herner Kennzeichen haben. Die Polizei bestätigte, dass Mitarbeiter des Fanprojekts das Nummernschild des Busses bei der Anzeige gemeldet hätten.

"Glücklicherweise haben unsere Fans besonnen genug reagiert, sodass die Situation nicht zur Eskalation geführt hat", teilt das Fanprojekt aus Münster mit. Vonseiten der Fanbeauftragten des BVB war am Montag zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. In sozialen Netzwerken wird der Angriff aber auch von BVB-Anhängern scharf kritisiert.

Haben BVB-Ultras Preußen-Fans in eine Falle gelockt?

Zuletzt war es Anfang April zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen den beiden Fanlagern gekommen. BVB-Hooligans sollen dabei in Münster Preußen-Fans in eine Falle gelockt und verprügelt haben. Eines der Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden.

 
 

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