BVB will führenden Neonazi aus dem Verein werfen

Fans von Borussia Dortmund präsentierten  beim Spiel gegen Hannover 96 ihre Ablehnung gegen Nazis.
Fans von Borussia Dortmund präsentierten beim Spiel gegen Hannover 96 ihre Ablehnung gegen Nazis.
Foto: WNM
Borussia Dortmund geht weiter gegen Rechtsextreme in seinem Umfeld vor: Der Verein hat ein Ausschlussverfahren gegen einen führenden Kopf der Dortmunder Neonazi-Szene eingeleitet. Das bestätigte der Verein. Der 23-jährige Michael. B. machte erst kürzlich Schlagzeilen.

Dortmund.. Ein führender Kopf der Dortmunder Neonazi-Szene bekommt Ärger mit dem BVB. Der Verein will den Jurastudenten ausschließen. Der BVB bestätigt, dass ein Ausschlussverfahren "gegen ein Mitglied" eingeleitet wurde. Der Vorstand werde das Mitglied schriftlich informieren. Auf einer rechten Website hat B. bereits Stellung zum Verfahren bezogen. Er kann nun gegenüber dem BVB-Vorstand Stellung zu den ihm gegenüber erhobenen Vorwürfen beziehen. Danach entscheidet der Vorstand, ob B. ausgeschlossen wird.

B. ist stellvertretender Landesvorsitzender der Partei "Die Rechte" und kandidiert auch bei der kommenden Kommunalwahl. Spitzenkandidat der Partei ist Siegfried "SS Siggi" Borchardt. Mit seinem Kopf und dem Spruch "Von der Südtribüne in den Stadtrat" machte Die Rechte Wahlwerbung - bis der BVB per Gerichtsbeschluss einen Stopp erwirkte. Gegen diese Entscheidung hat die Partei Verfassungsbeschwerde eingelegt. Die Rechte gilt als Nachfolgeorganisation der verbotenen Organisation Nationaler Widerstand.

An der Uni Bochum als Neonazi geoutet

Schlagzeilen machte B. zuletzt im Dezember: Da stürmten vermummte Antifaschisten eine Jura-Vorlesung an der Uni Bochum, um B. als führenden Rechtsextremen zu outen.

Ein Stadionverbot beim BVB hat der 23-Jährige bereits. Auf seiner Internetseite betonte B. seinen engen Bezug zum BVB und stellte seine Mitgliedschaft bei der Borussia heraus. Aus Fankreisen ist zu hören, dass B. auch im Umfeld des BVB agiere, um Nachwuchs für die Dortmunder Neonazi-Szene anzuwerben. B. ist außerdem der Betreiber des Online-Shops antisem.it.

Nicht der erste Ausschluss aus dem Verein

Das Ausschlussverfahren gegen B. ist nicht das erste, das durch den BVB angestrengt wird. Nachdem im Februar 2013 Rechtsradikale den Fanbeauftragten Jens Volke und den Fan-Projekt-Mitarbeiter Thilo Danielsmeyer angegriffen hatten, schloss die Borussia einen der Angreifer ebenfalls aus dem Verein aus.

In den vergangenen Monaten hat der BVB sein Engagement gegen Rechts verstärkt. Am Saisonbeginn hatte Trainer Jürgen Klopp mit einer Videobotschaft klar Stellung bezogen. Im Herbst informierte die Borussia ihre Fans über rechtsradikale Symbole. Einigen Rechtsradikalen, die bei einem Spiel der Zweiten Mannschaft in Erfurt aufgefallen waren, erteilte der Verein Stadionverbot.

 
 

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